
Show Notes
In dieser Folge geht es wieder um Staaten, die ihre Bürger bespitzeln. Diesmal allerdings nicht durch Spyware (siehe Folge 25) sondern mittels spezieller Geräte, die möglichst viele Daten auch von gesperrten Telefonen extrahieren. Im Podcast ist Viktor Schlüter zu Gast, der bei Reporter ohne Grenzen das Digital Security Lab leitet. Er kennt sich bestens mit solchen Smartphone-Durchsuchungen aus, die immer wieder auch illegitim eingesetzt werden und sich beispielsweise gegen Journalisten richten. Zusammen mit Viktor sehen sich Christopher und Sylvester an, wie solche Durchsuchungen funktionieren, wer solche Geräte herstellt, wer sie einsetzt und wie man sich davor schützen kann.
- Digital Security Lab von Reporter ohne Grenzen: https://www.reporter-ohne-grenzen.de/hilfe/digital-security-lab - Aktuelle Fallanalyse von Amnesty International: https://securitylab.amnesty.org/latest/2025/02/cellebrite-zero-day-exploit-used-to-target-phone-of-serbian-student-activist/ - Cellebrite UFEDs auf eBay: https://www.ebay.de/itm/305957265144 https://www.ebay.com/itm/204207137842
More from Passwort - der Podcast von heise security
Neue News mit alten Bekannten: Nicht nur die Firmen sind altgedienten Podcasthörern und -hosts sattsam bekannt, viele der heute diskutierten Sicherheitslücken sind auch gut abgehangen. Aber leider tauchen sie immer wieder auf und werden von Cyberkriminellen flugs ausgenutzt. In der heutigen Folge geht es aber zunächst um echte Neuigkeiten rund ums PKI-Ökosystem. Da bahnen sich einige Veränderungen an und ein Netz-Riese möchte gern mitmischen. Außerdem warnt Christopher Admins vor den Tücken organisationsvalidierter Zertifikate. Sylvester erzählt, dass OpenAIs coram publico vorgetragene "Neuentdeckung" selbstreplizierender Prompt Injection eigentlich gar keine sei - das US-Unternehmen wollte wohl mal wieder die Alarmismusglocke rühren. Und dann gibt's fehlerhafte Regular Expressions, Path Traversal, Pufferüberläufe und Log Poisoning. Das sind keine Sicherheitszombies der 1990er Jahre, sondern brandaktuelle Sicherheitslücken in großen Appliances von Citrix und weltweit genutzter Business-Software von Atlassian.
Im Podcast gibt es einen Kessel voll hörenswerter Bugs und Lücken. Solche, die clever sind, aber leicht vermeidbar wären. Solche, die längst bekannt sind und trotzdem noch Probleme bereiten. Bugs, die technisch interessant sind, aber dem Urheber peinlich sein sollten. Wobei diese Kategorien sich durchaus überlappen. Außerdem wurden die Hosts auf eine interessante Alternative zu BGP gestupst und sie sprechen einen TLS-Handshake ein – das gibt’s wohl nur im Passwort- Podcast.
Endlich wieder Aufnahmetag, die Themen stapeln sich schon! Sylvester und Christopher nutzen den Warntag, um vor allerlei Sicherheitsproblemen zu warnen. Den Auftakt macht diverser Kleinkram rund um Certificate Transparency und dann geht der Blick in die Bundeshauptstadt. Wie die Ransomware-Gangster von Rhysida ins Netz zweier Berliner Senatsverwaltungen kamen und was Steganografie damit zu tun hat, erklärt Christopher. Der darf sich wiederum später erklären lassen, welche Tricks Angreifer im Routingsystem ausnutzen, um Schadsoftware zu verbreiten und - obligatorisches KI-Thema -, wie ein findiger Sicherheitsforscher Claude Code Malware unterschob.
Die KI-Themen lassen den Podcast ebenso wenig los, wie sie die IT- Security allgemein in Frieden lassen. Christopher und Sylvester beißen sich durch, unter anderem geht es um Wasserzeichen in KI-Texten und immer noch um frei drehende KI-Agenten. Immerhin: Mit Key-Transparency in Messengern und Certificate-Transparency-Problemen DigiCerts haben die Hosts zwei aktuelle Themen gefunden, die nicht nur sehr transparent klingen, sondern auch nichts mit KI zu tun haben.
Die KI-Agenten greifen an! Das ist zumindest auf den ersten Blick die Essenz der Berichte über LLM-basierte künstliche Sicherheitsforscher, die bei Experimenten und im Training ausbrachen, fremde Systeme knackten und anderes Schindluder trieben. Christopher und Sylvester schauen in dieser Folge genauer hin und entdecken vor allem eins: Eine gefährliche Fahrlässigkeit der Unternehmen und Institutionen, die ihre KI-Agenten äußerst nachlässig einsperren und noch nachlässiger überwachen.