
Show Notes
Angenommen sie unternehmen eine Bergwanderung, irgendwo in den Alpen, und sie müssen auf einer Berghütte übernachten. Zusammen mit 40 verschwitzten Fremden, auf einer harten Sammelpritsche. Schulter an Schulter. Mit dem Geruch von 80 Wanderschuhen in der Nase und dem Schnarchen eines Almdudel-Tirolers im Ohr. Wie würden sie sich da fühlen? Ja genau. Und sehen sie, so ähnlich geht es einem auch, wenn man sich diese Folge von Baywatch Berlin anhört. Das sinnlose Geschwätz von Lundt, Schmitt und Klaas pfeift einem durch die Gehörgänge, der Muff von seltsamen Ansichten zieht einem ins Gehirn und die Berührung mit befremdlichen Themen lässt sich nicht vermeiden. An Nachtruhe ist nicht zu denken, wenn Lundt von seiner Arbeit in einem Betrüger-Call Center erzählt, wenn Schmitt die Frage aufwirft, wie viel Blatt Klopapier nicht peinlich sind und Klaas mit dem „Leben von der eigenen Substanz“ eine Überlebenspraktik skizziert, die selbst Xavier Naidoo als komplett undenkbar bezeichnen würde. Ja, jetzt liegen Sie da und bereuen, dass sie zu dieser Wanderung in die Gedankengebirge von Baywatch Berlin angetreten sie, aber ach, es ist ja längst zu spät. Mit starrem Blick und verkrampften Fäusten liegen Sie da und hören Theorien über „Kacke machen“ und „Bauchifauchi“. Sie ertragen die neue Servicerubrik, den großen Hobbycheck, mit stoischer Ruhe und beten zum Herrn, dass er diese Erfahrung namens Baywatch Berlin, endlich, endlich enden lässt. Doch regelmäßige Hörer*innen wissen längst Bescheid: Schwarz ist die Podcastnacht und der Morgen nicht in Sicht.
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Drei mächtige Planeswalker betreten das Schlachtfeld. Klaas Heufer-Umlauf, Thomas Schmitt und Jakob Lundt. Jeder mit eigenem Deck, fragwürdiger Manakurve und der festen Überzeugung, diese Partie kontrollieren zu können. Klaas tappt zwei schwarze Mana und beschwört Heinos Messerset, ein legendäres Artefakt mit Todesberührung und einem Marktwert von 120 Euro. Thomas wirkt „Automatisierte Beleuchtung“, eine blaue Verzauberung und aktiviert seine passive Fähigkeit: „Katha bekommt den alten Scheiß“. Sämtliche überflüssigen Artefakte wechseln unter Kathas Kontrolle. Jakob hält seine Mana offen. Er ahnt Schlimmes. In der zweiten Hauptphase erscheint der Sexschamane, eine legendäre Kreatur mit zweifelhafter Widerstandskraft und der aktivierten Fähigkeit „Neue Niere“. Klaas zieht seine Lieblingsboulette, jetzt dank neuem Lieferanten mit Flash. Thomas kontert mit „Tim Sproten, der ewige Esser“, einer 0/8-Kreatur, die jede Versorgungsphase um drei Stunden verlängert. Jakob erhält fünf Ekel-Counter. Plötzlich geht ein Trigger auf den Stack. Klaas wirkt eine Ndrangheta-Hexerei.
Die neuste Folge des ehemaligen Sauna- und Wellness-Podcasts „Baywatch Berlin“ startet mit einem geheimnisvollen Geräusch. Wer es erkennt qualifiziert sich automatisch für ein Trauma. Doll! Stark! Klasse! Nach dem Powerthema „Wellness“ in der letzten Woche, befassen sich die drei gewieften Medienstrategen direkt mit dem nächsten Filetstück der Podcast-Szene: Crime Grusel Grusel! Es geht um Einbrüche, Messermörder in der Dusche und warum Klaas Verwandter ersten Grades von Karlsson vom Dach ist.
So, dann mal Schmuck ablegen, Handtuch um die Hüfte und mit der Lotion einreiben - ab geht die wilde Fahrt! Machen Sie sich bereit für Baywatch Berlin, den Sauna-Aufguss für die Ohren! Wie lange schaffen Sie es, sich den neuesten Hot Takes von Klaas, Schmitt & Lundt auszusetzen? Halten Sie durch, wenn Ihnen das inhaltslose Geplapper wie heiße Luft ins Gesicht gewedelt wird und pausenlos Schnappsideen auf die heißen Steine Ihrer Geduld gekippt werden? Ja, die Sanduhr rieselt langsam, wenn Schmitt ausführlich von seinen Erlebnissen im Wellnesshotel erzählt, in dem von 15-17 Uhr Saunaaufgüsse anstanden und die restliche Zeit für „Schämen“ draufging. Wie einst Odysseus ist Schmitt auf den Cringeozean hinausgesegelt, hat in der Sauna mehr als nur einen Zyklopen gesehen und Dinge getan, die jegliche Vorstellungskraft sprengen. Mit aschfahlen Visagen lauschen Klaas & Lundt dem viel zu detaillierten Schreckensbericht des saarländischen Hellriders und vergessen dabei komplett, dass die Hörerinnen und Hörer von Baywatch Berlin schon nach der ersten Nackt-Anekdote keuchend in den Seilen hängen. Doch bei all dem Elend, all dem Schrecken, vergisst sogar Klaas mit einem plötzlichen „Ich möchte ein Wort verbieten!“ das Thema zu wechseln und so bleibt uns nichts anderes übrig, als diese Folge schwitzend und mit schamrotem Kopf durchzuhalten und leise zu hoffen, dass man beim anschließenden Sprung ins Eiswasser von einem Herzinfarkt erlöst werde.
Die Energie der aktuellen Folge wird vom Hersteller heute in Linnemann angegeben. Diese bewegt sich erfreulicherweise bereits im ersten Teil im oberen Bereich und stabilisiert sich im weiteren Verlauf zu einer neun von zehn auf der „Einfach mal machen“-Skala.
Für die Folgenbeschreibung in dieser Woche haben wir exklusiv Markus Lanz gewinnen können.