
Summary
Die sechsteilige Serie über die Cembalo-Partiten von Johann Sebastian Bach erreicht ihren Höhepunkt mit der Analyse der Partita Nummer 6 in E-Moll. Die Diskussion beginnt mit der Toccata, die als schwergewichtig und dramatisch beschrieben wird. Der Eingangssatz zeigt eine komplexe Struktur, die an eine französische Overtüre erinnert, jedoch im Toccata-Stil verarbeitet ist. Die Moderatoren betonen die improvisatorische Freiheit des Stücks und seine emotionale Tiefe, die sich in einem intensiven, fugierten Mittelteil entfaltet.
Im weiteren Verlauf der Partita folgen verschiedene Tanzsätze, darunter die Alemanda und die Corrente, die durch rhythmische Herausforderungen und synkopische Elemente charakterisiert sind. Die Moderatoren heben die Schwierigkeiten hervor, die diese Sätze für Cembalisten darstellen, und diskutieren die unterschiedlichen Interpretationen, die das Cembalo und das Klavier bieten. Die Sarabande wird als tiefgründig und philosophisch beschrieben, während die Gavotte als bodenständig und tanzbar erscheint.
Die Gigue, als abschließendes Stück, wird als „komponierter Wutausbruch“ bezeichnet, der die emotionale Intensität der gesamten Partita zusammenfasst. Die Moderatoren reflektieren über die Biografie Bachs und die Herausforderungen, denen er in seinem Leben gegenüberstand, und ziehen Parallelen zwischen diesen Erfahrungen und der Musik. Abschließend wird ein Blick auf die Interpretationsgeschichte geworfen, wobei die Vorzüge von Cembalo und Klavier diskutiert werden. Die Episode schließt mit der Frage, ob Bach an einen zweiten Teil seiner Klavierübungen dachte, was in zukünftigen Folgen weiter behandelt werden soll.
Show Notes
Folge 331: Mit der überragende e-Moll-Partita schließt Bach sein Opus 1 ab. Ist der herbe Ton vielleicht biographiebedingt? Maul und Schrammek hören sich noch durch ein paar Aufnahmen der letzten 100 Jahre…
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Folge 330: Gibt es eigentlich einen Widmungsträger für Bachs Opus 1? Möglicherweise führt die Spur zu einem fürstlichen Baby nach Köthen. Ansonsten gibt es mit Partita 5 ausgelassene Hausmusik.
Folge 329: An vierter Stelle fügt Bach in seine Clavier-Übung I die sehr höfisch wirkende Partita D-Dur ein, sie beginnt standesgemäß mit einer französischen Ouvertüre. Der Sonnenkönig-Faktor ist hier extrem hoch.
Folge 328: Wie würde Bach im September 1726 auf die Frage reagieren: „Wie geht’s so?“ Michael Maul weiß die Antwort und beschreibt damit die Entstehungsumstände der Clavier-Übung, Teil I.
Folge 327: Wer hat den Namen „Clavier-Übung“ eigentlich erfunden? Bach war es nicht, dennoch finden sich in den sechs Partiten enorm viele Novitäten, allem voran sechs verschiedene Modelle für die Eingangssätze.
Folge 326: Im Herbst 1726 startet Bach sein erstes eigenes Druckprojekt, die „Clavier-Übung“. Der erste Teil umfasst sechs gewaltige Partiten für Cembalo, in denen sich Bach als zeitgemäßer Komponist von anspruchsvoller Tastenmusik präsentiert.