
Die Berliner Mauer – Beton, Todesstreifen und die Nacht, in der eine Stadt zerbrach
Wissensreise durch die GeschichteShow Notes
In dieser Folge beschäftigen wir uns mit der Berliner Mauer, ihrer Errichtung, ihrer Funktion im Kalten Krieg und ihrem Fall im Jahr 1989. Ausgehend von der Teilung Deutschlands nach 1945 und der Berlin-Blockade 1948/49 zeichnen wir nach, wie die massive Fluchtbewegung aus der DDR zum Bau der Mauer am 13. August 1961 führte. Wir beschreiben den Aufbau der Grenzanlagen, die Fluchtversuche und ihre Risiken, darunter das Schicksal von Peter Fechter, sowie bekannte politische Reden von John F. Kennedy und Ronald Reagan. Im zweiten Teil der Folge widmen wir uns der friedlichen Revolution 1989, den Montagsdemonstrationen in Leipzig, der Grenzöffnung durch Ungarn und dem historischen Abend des 9. November 1989 mit der berühmten Pressekonferenz von Günter Schabowski und der Öffnung der Grenzübergänge, unter anderem an der Bornholmer Straße. Abschließend ordnen wir die deutsche Wiedervereinigung von 1990 historisch und wirtschaftlich ein und blicken auf heutige Gedenkorte wie die Bernauer Straße und die East Side Gallery. Ausgewählte Quellen und weiterführende Literatur: Hans-Hermann Hertle, "Chronik des Mauerfalls", Ch. Links Verlag; Frederick Taylor, "Die Mauer. 13. August 1961 bis 9. November 1989", 2009; Mary Elise Sarotte, "The Collapse. The Accidental Opening of the Berlin Wall", 2014; Ilko-Sascha Kowalczuk, "Die Übernahme. Wie Ostdeutschland Teil der Bundesrepublik wurde", 2019; Materialien und Datenbanken der Stiftung Berliner Mauer, insbesondere zur Gedenkstätte Bernauer Straße; Bundeszentrale für politische Bildung, Themendossiers "Berliner Mauer" und "Deutsche Einheit"; Zentrum für Zeithistorische Forschung Potsdam, Forschungsprojekte zu Todesopfern an der Berliner Mauer; Konrad H. Jarausch, "The Rush to German Unity", 1994; Archivmaterial der Deutschen Welle und des Deutschlandfunks zur Berichterstattung über den 9. November 1989.
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Bier ist älter als die Schrift und begleitet die Menschheit seit der Sesshaftwerdung. In dieser Folge folgen wir seiner Spur von den Tonkrügen Mesopotamiens über die Brotbiere am Nil bis in die Klosterbrauereien des Mittelalters. Du hörst, warum die ersten Tontafeln Bierrationen verzeichnen, was die sumerische Hymne an Ninkasi über das Brauen verrät und weshalb Hildegard von Bingen den Hopfen schätzte. Wir ordnen das Reinheitsgebot von fünfzehnhundertsechzehn nüchtern ein, sprechen über die Genetik der Lagerbierhefe, die ihren Ursprung zur Hälfte in Patagonien hat, und über Pasteur, Hansen und Linde, die das Brauen in die Neuzeit führten. Am Ende fragen wir, was Gerste, Hopfen und Wasser über unser Verhältnis zu Landschaft und Klima erzählen. Eine ruhige Folge für alle, die gern wissen, was in ihrem Glas steckt. QuellenBennett, J. M. (1996). Ale, beer, and brewsters in England: Women's work in a changing world, 1300–1600. Oxford University Press.Libkind, D., Hittinger, C. T., Valério, E., Gonçalves, C., Dover, J., Johnston, M., Gonçalves, P., & Sampaio, J. P. (2011). Microbe domestication and the identification of the wild genetic stock of lager-brewing yeast. Proceedings of the National Academy of Sciences, 108(35), 14539–14544.McGovern, P. E. (2017). Ancient brews: Rediscovered and re-created. W. W. Norton.Unger, R. W. (2004). Beer in the Middle Ages and the Renaissance. University of Pennsylvania Press.
Über mehr als tausend Jahre reisten Könige, Feldherren und ganze Stadtstaaten nach Delphi, um dort eine der wichtigsten Fragen ihres Lebens zu stellen. Diese Folge zeigt Delphi nicht nur als religiöses Heiligtum, sondern als politische Institution von gesamtgriechischer Bedeutung: als Sitz der Amphiktyonie, jenes frühen zwischenstaatlichen Bündnisses, als Berater bei der Gründung Hunderter griechischer Kolonien rund ums Mittelmeer und als geopolitischen Akteur in den Perserkriegen, als der mehrdeutige Spruch von der „hölzernen Mauer" den Sieg bei Salamis mit vorbereitete. Wir sprechen über den genauen Ablauf einer Orakelbefragung, über die Anekdote um Sokrates und den Nabel der Welt, über prächtige Schatzhäuser und Pythische Spiele, und über das langsame Verstummen des Orakels im christlichen Rom. Am Ende steht die Frage, was diese Geschichte über den menschlichen Wunsch nach Gewissheit in unsicheren Zeiten erzählt. QuellenScott, M. (2014). Delphi: A history of the center of the ancient world. Princeton University Press.Fontenrose, J. (1978). The Delphic oracle: Its responses and operations, with a catalogue of responses. University of California Press.Herodot. (2001). Historien (übers. von J. Feix). Artemis & Winkler.de Boer, J. Z., Hale, J. R., & Chanton, J. (2001). New evidence for the geological origins of the ancient Delphic oracle (Greece). Geology, 29(8), 707–710.Parke, H. W., & Wormell, D. E. W. (1956). The Delphic oracle. Basil Blackwell.
Mit achtzehn Jahren bestieg Ludwig II. 1864 den bayerischen Thron, hochgebildet, schwärmerisch und der Regierungsarbeit zunehmend abgeneigt. Diese Folge erzählt von seiner intensiven Freundschaft mit Richard Wagner, die den Ring des Nibelungen erst ermöglichte, von seinerwachsenden politischen Frustration über die Eingliederung Bayerns ins Deutsche Kaiserreich, und von den drei großen Bauprojekten, die daraus erwuchsen: Neuschwanstein, Linderhof mit seiner frühen elektrischen Venusgrotte, und dasnie vollendete Herrenchiemsee. Wir sprechen offen über die wachsende Verschuldung, über das 1886 ohne persönliche Untersuchung erstellte psychiatrische Gutachten und seine bis heute umstrittene wissenschaftliche Belastbarkeit, und über den bis heute ungeklärten Tod im Starnberger See. AmEnde steht die Frage, wie sich ein entmündigter Monarch posthum in einen weltberühmten Märchenkönig verwandeln konnte. Hacker, R. (2001). Ludwig II.von Bayern: Ein tragisches Königsleben. Süddeutscher Verlag. Rall, H., & Petzet, M.(1968). König Ludwig II.: Wirklichkeit und Geheimnis. Süddeutscher Verlag. Merta, H. (2015). Der König undsein Arzt: Ludwig II. und Bernhard von Gudden. Volk Verlag. Blunt, W. (1970). The dream king: Ludwig II ofBavaria. Hamish Hamilton. Unterstütze den Podcast: Wenn dir diese Folge gefallen hat und du die Produktion unterstützen möchtest, freue ich mich über einen Kaffee auf Ko-fi Weitere Reihen zumEinschalfen: Wunder der Natur Schlafreise durch vergessene Welten Schlafreise durch das Universum Mythen und Legenden Schlafen mit Geräuschen Englische Reihen: Sleep Journey through Lost Worlds Weitere Wissenreise Reihen: Das Periodensystem der Elemente Wissensreise durch die Psychologie Wissensreise durch die Länder der Erde Medizin und Körper Wissensreise durch die Urzeit Wissensreise durch die Geschichte Ein Tag im Jahr X - Alltagsgeschichten
Über den größten Teil der Menschheitsgeschichte hinweg gab es keine exakte, gleichförmig verstreichende Uhrzeit, wie wir sie heute kennen. Diese Folge zeichnet den Weg von ägyptischen Sonnenuhren mit ungleich langen Tagesstunden über Wasseruhren und chinesische Räucherstäbchen-Zeitmesser bis zur mechanischen Räderuhr des späten dreizehnten Jahrhunderts nach, die zuerst in Klöstern und Rathaustürmen läutete. Wir sprechen über Edward Palmer Thompsons These der uhrzeitorientierten Arbeitsdisziplin, über Huygens' Pendeluhr und John Harrisons jahrzehntelangen Kampf um den seetauglichen Schiffschronometer, über die von Eisenbahngesellschaften erzwungene Standardisierung der Zeitzonen 1883, und über die moderne Atomuhr, deren Cäsium-Definition seit 1967 sogar relativistische Effekte in Satellitennavigation berücksichtigen muss. Am Ende steht die Frage, wie viel vom natürlichen Zeitgefühl auf dem Weg zur Sekundengenauigkeit verloren gegangen ist. QuellenThompson, E. P. (1967). Time, work-discipline, and industrial capitalism. Past & Present, 38(1), 56–97.Dohrn-van Rossum, G. (1992). Die Geschichte der Stunde: Uhren und moderne Zeitordnung. Hanser.Sobel, D. (1995). Longitude: The true story of a lone genius who solved the greatest scientific problem of his time. Walker and Company.Landes, D. S. (1983). Revolution in time: Clocks and the making of the modern world. Harvard University Press.
Am 15. März 44 vor Christus wurde der mächtigste Mann der antiken Welt von den eigenen Senatskollegen erstochen, mitten im Sitzungssaal. Diese Folge zeichnet Caesars Weg von einer politisch unbedeutenden Adelsfamilie über das erste Triumvirat mit Crassus und Pompeius, die achtjährige Eroberung Galliens samt der Belagerung von Alesia, bis zum Überschreiten des Rubikon und dem Bürgerkrieg nach. Wir sprechen über seine Reformen als Diktator, vom Ackergesetz bis zum julianischen Kalender, über die wachsende Sorge des Senats vor einer Königsherrschaft, und über die Verschwörung um Brutus und Cassius, die das Gegenteil dessen bewirkte, was sie beabsichtigte: Statt die Republik zu retten, ebnete sie Octavians Weg zur Alleinherrschaft als erster römischer Kaiser. Am Ende steht die bis heute aktuelle Frage, wie leicht sich der Sturz eines Einzelnen gegen die eigentlichen Absichten seiner Urheber wenden kann. QuellenGoldsworthy, A. (2006). Caesar: Life of a colossus. Yale University Press.Canfora, L. (2007). Julius Caesar: The people's dictator. Edinburgh University Press.Freeman, P. (2008). Julius Caesar. Simon & Schuster.Suetonius. (1998). Die Kaiserviten (übers. H. Martinet). Artemis & Winkler.