
Show Notes
Erst der Milliarden-Vergleich zwischen dem Internetkonzern Meta und zahlreichen amerikanischen Bundesstaaten, dann die überwältigenden Geschäftszahlen des KI-Unternehmens Nvidia, und schließlich ein Aufsatz des Microsoft-Mitgründers Bill Gates über Künstliche Intelligenz: Wie in einem Brennglas hat diese Woche gezeigt, in welchem Spannungsfeld sich die Digitalisierung gegenwärtig befindet.
Da ist zunächst der spektakuläre und vermutlich auch historische Vergleich, den die Facebook-Muttergesellschaft geschlossen hat. Ihr warfen zahlreiche amerikanische Bundesstaaten vor, Kinder süchtig zu machen mit den Angeboten mit schädlichen Folgen. Schon kurz nach dem Prozess-Auftakt erklärt sich das von Mark Zuckerberg geführte Unternehmen bereit, Milliarden zu zahlen und wichtige Einstellungen der Angeboten zu ändern – der Zugriff von Kindern und Jugendlichen wird auf zwei Stunden am Tag beschränkt, nachts abgeschaltet. Was auf den ersten Blick eindrucksvoll aussieht, hinterlässt bei näherem Hinsehen durchaus Fragezeichen. Und was folgt daraus für Europa und andere Teile der Welt?
Der Nvidia-Konzern verdient wiederum weiterhin prächtig. Er meldete eine Umsatzverdopplung, einen Rekordgewinn und stellte weiter ein brummendes Geschäft in Aussicht. Die Anleger reagierten begeistert. Doch auch hier bleiben Fragen: Wie nachhaltig ist die zunehmend bedeutendere Rolle des Unternehmens als "Hausbank der KI", die wichtige Abnehmer mitfinanziert? Und wann führen die enorm hohen Margen dazu, dass der Wettbewerb zunimmt und andere Chip-Hersteller besser konkurrieren können?
Und schließlich legt Bill Gates einen umfassenden Aufsatz zu den Folgen der Künstlichen Intelligenz vor. Er warnt vor dramatischen Arbeitsplatzverlusten, noch schlimmeren Cyberangriffen und anderen kriminellen Folgen und auch davor, wie schädlich Chatbots für Kinder sein können. Seine Gedanken bilden so etwas wie eine Metaebene oder Klammer für die konkreten Fakten, die Meta und Nvidia präsentierten. Gates warnt: Wir sind zu schlecht vorbereitet auf das, was kommt.
Über all das sprechen wir in dieser Episode.
More from F.A.Z. Digitalwirtschaft
Prometheus hat den Menschen das Feuer gebracht und sich dafür mit den Göttern angelegt – so heißt es in einem Mythos der griechischen Antike. Das inspiriert in der Folge viele Menschen zu fast allein Zeiten. Und aus verschiedenen Gründen.
Wie selbständig sind die großen KI-Sprachmodelle? Geraten sie gerade außer Kontrolle? Können Maschinen denken, wie Menschen denken können?
Ein Gespräch mit Adesso-Gründer Volker Gruhn über die echten Chancen und Risiken der Künstlichen Intelligenz.
Künstliche Intelligenz verändert das Kräfteverhältnis zwischen Angreifern und Verteidigern. Und sie ist zur Frage nationaler und internationaler Sicherheit geworden. Ein Gespräch mit Mirko Ross.
Eine Suchmaschine ist für die allermeisten Menschen das Tor zum Internet. Sie vertrauen ihr besonders stark – es ist etwas ganz anderes als eine herkömmliche App. Suchmaschinen-Anbieter wie Google statten ihr Angebot nun schon seit einiger Zeit mit immer mehr KI aus. Philipp Justus ist seit 13 Jahren der Chef von Google in Deutschland und Zentraleuropa. Er spricht im Podcast über alle genannte Fragen.