
Unterwegs: zwischen schönen Büchern, Selfpublishing und einer Hexengeschichte
Unter Büchern mit Katrin SchumacherShow Notes
*60 Jahre Stiftung Buchkunst. Wie sieht eigentlich ein schönes Buch aus, wie fasst es sich an, was ist das Besondere in Herstellung und Gestaltung? Seit sechs Jahrzehnten stellt die Stiftung Buchkunst diese Fragen – in einer Jubiläumsausstellung sind gerade die Preisträgerinnen der letzten Jahrzehnte zu erleben. Unter Büchern hat Birte Kreft getroffen, die Geschäftsführerin der Stuftung, um mit ihr über schöne du schön gemachte Bücher zu sprechen. *Nicole Czerwinka: Das Geheimnis am Fjord. Wie geht das eigentlich, ein Buch im Selbstverlag zu veröffentlichen? Uta Burkhardt hat die Dresdner Autorin getroffen und mit ihr über das Selfpublishing ihres ersten Romans gesprochen. *Bücher in Boxen: Der Lampe Verlag. In Zeiten, in denen weniger gelesen wird, einen Verlag gründen? Ist weniger wahnsinnig als man erstmal annehmen möchte. Die Verlegerin Christiane Lahusen spricht bei Unter Büchern über das Konzept der Büchlein in Boxen, über das Vertrauen in die Kurzgeschichte und über das aktuelle Programm. *Juliane Schiemenz: Meine Ahnin, die Hexe, und ich. In diesem Buch geht es um eine Hexe, respektive eine Frau, die als solche im 17. Jahrhundert verbrannt wurde. Harte Zeiten für Frauen, die damals aus der Norm fielen. Aber wie ist das heute. Für solch unangepasste Frauen. Und wer überhaupt legt fest, was die Normen sind. Damit beschäftigt sich Juliane Schiemenz in ihrem Buch, wenn man so will, aus echter persönlicher Betroffenheit. Wolfgang Schilling stellt es vor.
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Dieser Podcast ist eine Aufzeichnung vom 13.10.2026 aus dem Literaturhaus Halle. Die Hosts stellen wie immer in der Live-Show ihre Lieblingsbücher der Saison vor und lesen kurze Stellen daraus: Die Tipps: Jaroslav Rudis: Wo die Toten sprechen. Luchterhand Verlag. Christiane Hoffmann: Die Träume, die wir hatten. C.H.Beck. Christina Walker: Verteidigung eines Gartens. Residenz Verlag. Res Sigusch: Unbegründete Ängste. Berlin Verlag. Wolfgang Hörner und Tobias Roth (Hg.) Die hohe Kunst des Schimpfens. Verlag Das Kulturelle Gedächtnis. Lutz Seiler: Das tickende Herz. Suhrkamp. Michael Hofmann: Pferd und Lerche. Gedichte. Aus dem Englischen von Jan Wagner und Marcel Beyer. Carl Hanser Verlag.
Dora Kaprálová: "Die Mariborhypnose" Die Gegenwart kann erdrückend sein: Ereignisse überschlagen sich und es wird immer schwieriger, Meldungen von Falschmeldungen zu trennen. Da hilft es, die Perspektive zu wechseln. Genau das macht die tschechische Schriftstellerin Dora Kaprálová in ihrem neuen Roman. Darin erkundet sie die slowenische Stadt Maribor aus der Perspektive einer Stubenfliege. Tino Dallmann hat sie getroffen und stellt den Roman vor. Daniela Fischerová: "Veilchen, Geheimnisse" Die Autorin ist 1948 in Prag geboren und hat gleich mit ihrem ersten, kritischen Theaterstück "Stunde zwischen Hund und Wolf" aus dem Jahr 1979 für politische Unruhe gesorgt – nach nur vier Aufführungen wurde es von den Behörden verboten. Zensurmaßnahmen begleiteten sie auch als Dramatikerin und Drehbuchautorin durch die 1980er-Jahre. Sie gehörte zum Dissidentenkreis um Václav Havel. Mitte der 1990er Jahre begann Fischerová Prosatexte zu schreiben und zu veröffentlichen – im Jahr 2002 erschien der Band "Fern und Nah" mit sieben Erzählungen, aus dem Tschechischen übersetzt von Sophia Marzolff. Fast 50 Kurzgeschichten bietet der nun anlässlich des Gastlandauftritts Tschechiens bei der Frankfurter Buchmesse veröffentlichte Band "Veilchen, Geheimnisse". Die Übersetzerin ist wieder Sophia Marzolff. Und Ulrich Rüdenauer stellt uns das Buch der hierzulande fast unbekannten Autorin vor. Jarka Kubsova: "Im Licht des neuen Tages" Die Autorin wurde 1977 in der Tschechoslowakei geboren. Mit zehn Jahren kam sie nach Deutschland, seit 2021 schreibt sie Romane. Besonders erfolgreich wurde ihr zweites Buch "Marschlande", das zwei Frauenfiguren, die fünf Jahrhunderte voneinander trennen und vereint sind durch ihren Wohnort der Hamburger Marschlande. Ein erfolgreiches Romankonzept wird in Folgebüchern gern aufgegriffen. So auch hier – Rainer Moritz hält das für einen Gewinn. Tereza Semotamová: "Radikale Bedürfnisse" Wer vor einigen Jahren den tschechischen Gastlandauftritt auf der Leipziger Buchmesse verfolgt hat, der konnte gleich eine ganze Reihe von tschechischen Autorinnen entdecken: Kateřina Tučková, Radka Denemarková – oder Tereza Semotamová. Denn 2019 erschien ihr Debütroman Im Schrank in der deutschen Übersetzung. Pünktlich zum Gastlandauftritt Tschechiens auf der Frankfurter Buchmesse ist nun das zweite Buch von Tereza Semotamová bei uns erschienen. Tino Dallmann stellt das Buch vor. Florence Noiville: "Milan Kundera" Klassische Biographien folgen einem simplen und durchaus sinnfälligen Prinzip: Sie begleiten den Porträtierten von der Geburt bis zum Totenbett, oft noch mit einer Rückschau auf die Familienhistorie und einem Blick auf seine posthume Wirkungsgeschichte. Das kann sehr ins Detail gehen. Mit einem ganz anderen Kaliber – einem wesentlich kleineren – haben wir es bei Florence Noivilles Annäherung an den tschechischen Autor Milan Kundera zu tun. Ihren Essay mit dem Untertitel "Schreiben, was für eine komische Idee" stellt Ulrich Rüdenauer vor.
Die Bücher der Sendung: Annika Büsing: "Magisch": Mehrfach ausgezeichnet für den Roman "Nordstadt" ist das bereits ihr vierter Roman. Vorgestellt von Rainer Moritz Hendrik Bolz: "Aus Ruinen": Das neue Buch von dem Rapper, Podcaster und Bestseller-Autor ist eine Fortsetzung von "Nullerjahre". Vorgestellt von Kais Harrabi Lauren Groff: "Raufbold": Die Schriftstellerin wurde in Cooperstown, New York, geboren – jenem Ort, den man am ehesten mit dem amerikanischen Nationalschriftsteller James Fenimor Cooper in Verbindung bringt. In ihrem ersten Roman "Die Monster von Templeton" nimmt sie darauf Bezug. Ihr neues Buch vereint Kurzgeschichten, von Stefanie Jacobs ins Deutsche übersetzt. Vorgestellt von Ulrich Rüdenauer Franziska Haug (Hg.): "bin weiblich, bin männlich, doppelt": Das Queere ist vor allem in der Popkultur zu einer Chiffre für das Andere, Neue und auch Widerständige schlechthin geworden. Aber war es das womöglich auch schon in der DDR? Vorgestellt von Jörg Schieke Irvine Welsh: "Men in Love": An Trainspotting erinnert sich bestimmt jeder, zumindest an die völlig durchgeknallte Verfilmung von Danny Boyle. Der Autor hat die Helden des Romans in drei weiteren Büchern gefeiert und jetzt kommt in deutscher Übersetzung das vierte, übersetzt von Stephan Glietsch. Vorgestellt von Stefan Maelck Von hier für da: Gedichte für die Gegenwart. "Kritik der Pinie" – so wird er heißen, der in diesem Herbst erscheinende neue Gedichtband von Durs Grünbein. Er liest das Gedicht "Kaleidoskop" aus dem Buch: "Die Jahre im Zoo".
Wir waren unterwegs auf dem Festival Literatur JETZT! mit dem Leseabend "Literatur im Gym" .... Cécil Ludwig Röski hat seinen Roman "Trizeps Royal" (Leykam) mitgebracht und Res Sigusch das Buch "Unbegründete Ängste" (Piper Verlag). Beide haben Literarisches Schreiben in Hildesheim und Leipzig studiert. Res Sigusch, Jahrgang 1993 in Jena geboren, lebt mittlerweile in Berlin, Cécil Röski, der 1994 in Schleswig-Holstein zur Welt kam, lebt in Sachsen-Anhalt. Für beide ist es der zweite Roman – und beide schicken ihre sehr besonderen Hauptfiguren ins Fitnesstudio. Es moderiert Katrin Schumacher.
Heike Geißlers Roman "Michaela Kohlhaas" ist eine tollkühne Überschreibung der berühmten Novelle von Heinrich von Kleist. Ihre Michaela ist eine Schimpfende, eine Stinkende, eine Zärtliche. Eine große Liebende, die nicht bloß Verbesserung will – sie verlangt Wiedergutmachung und Sühne und eine gänzlich andere Einrichtung der Welt. Heike Geißler, die im Herbst den Sächsischen Literaturpreis bekommen wird, denkt gemeinsam mit Moderatorin und Unter-Büchern-Host Katrin Schumacher darüber nach und vertont einen Teil ihres Textes. Eine Aufzeichnung aus dem Societätstheater vom 16. September 2026 – und eine Kooperation mit dem Dresdner Festival "Literatur JETZT!"