
Show Notes
Stellen Sie sich vor, ihr Lieblingsfussballclub, zum Beispiel „die rode Deufel vom Betzeberch“, haben beim Pokalspiel gegen Lundts Quatschverein ein bisschen Pech und verlieren 6:1. SECHS ZU EINS. Wie würde ein Gentleman und redlicher Hertha-Anhänger im Angesichts dieses Triumphes reagieren? Richtig, mit vornehmem Schweigen oder tröstenden Worten für die bedauernswerten Anhänger des unterlegenen Teams. Doch aus der Tasse der Menschlichkeit hat das Kaffeearschloch noch nie getrunken - und so setzt er sich feist und schwitzig, in seinem eilig bei Amazon bestellten Herthatrikot, ins Podcaststudio und geht Schmitt auf die Nüsse. Ab da ist Schluss mit Besinnlichkeit, bei Baywatch Berlin. Schmitt sieht rot und wird zum Teufel. Ja gut, sagen Sie, da sich Klaas nicht für Fussball interessiert, wird er sich ja sicher von Jakobs Hooliganverhalten angewidert abwenden und seinem Freund Schmitt zur Seite springen! Mitnichten, liebe HörerInnen von Baywatch Berlin, wenns darum geht auf einem armen 6:1-Willi rumzutrampeln, dann wird Klaas plötzlich zum Nerv-Ultra. Aber ach, das ist hier ja nicht Schmitts Sorgentelefon, sondern ein Teasertext, der Appetit auf die neue Folge Baywatch Berlin machen soll. Gab es neben Schreierei auch noch lohnenswerte Inhalte? Ja, die drei Herren waren auf der Motorradmesse, erörtern eine Checkerfrage, bei der türkische Emotionen auf einen Herrenhaarschnitt treffen und Lundt hat Silbereisens „Adventsfest der 100.000 Lichter“ geschaut. Alles schön, alles witzig runtererzählt, aber ist das alles noch von Bedeutung? Was ist der ganze Zirkus wert, wenn der eigene Club 6:1 in Berlin verliert…
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Drei mächtige Planeswalker betreten das Schlachtfeld. Klaas Heufer-Umlauf, Thomas Schmitt und Jakob Lundt. Jeder mit eigenem Deck, fragwürdiger Manakurve und der festen Überzeugung, diese Partie kontrollieren zu können. Klaas tappt zwei schwarze Mana und beschwört Heinos Messerset, ein legendäres Artefakt mit Todesberührung und einem Marktwert von 120 Euro. Thomas wirkt „Automatisierte Beleuchtung“, eine blaue Verzauberung und aktiviert seine passive Fähigkeit: „Katha bekommt den alten Scheiß“. Sämtliche überflüssigen Artefakte wechseln unter Kathas Kontrolle. Jakob hält seine Mana offen. Er ahnt Schlimmes. In der zweiten Hauptphase erscheint der Sexschamane, eine legendäre Kreatur mit zweifelhafter Widerstandskraft und der aktivierten Fähigkeit „Neue Niere“. Klaas zieht seine Lieblingsboulette, jetzt dank neuem Lieferanten mit Flash. Thomas kontert mit „Tim Sproten, der ewige Esser“, einer 0/8-Kreatur, die jede Versorgungsphase um drei Stunden verlängert. Jakob erhält fünf Ekel-Counter. Plötzlich geht ein Trigger auf den Stack. Klaas wirkt eine Ndrangheta-Hexerei.
Die neuste Folge des ehemaligen Sauna- und Wellness-Podcasts „Baywatch Berlin“ startet mit einem geheimnisvollen Geräusch. Wer es erkennt qualifiziert sich automatisch für ein Trauma. Doll! Stark! Klasse! Nach dem Powerthema „Wellness“ in der letzten Woche, befassen sich die drei gewieften Medienstrategen direkt mit dem nächsten Filetstück der Podcast-Szene: Crime Grusel Grusel! Es geht um Einbrüche, Messermörder in der Dusche und warum Klaas Verwandter ersten Grades von Karlsson vom Dach ist.
So, dann mal Schmuck ablegen, Handtuch um die Hüfte und mit der Lotion einreiben - ab geht die wilde Fahrt! Machen Sie sich bereit für Baywatch Berlin, den Sauna-Aufguss für die Ohren! Wie lange schaffen Sie es, sich den neuesten Hot Takes von Klaas, Schmitt & Lundt auszusetzen? Halten Sie durch, wenn Ihnen das inhaltslose Geplapper wie heiße Luft ins Gesicht gewedelt wird und pausenlos Schnappsideen auf die heißen Steine Ihrer Geduld gekippt werden? Ja, die Sanduhr rieselt langsam, wenn Schmitt ausführlich von seinen Erlebnissen im Wellnesshotel erzählt, in dem von 15-17 Uhr Saunaaufgüsse anstanden und die restliche Zeit für „Schämen“ draufging. Wie einst Odysseus ist Schmitt auf den Cringeozean hinausgesegelt, hat in der Sauna mehr als nur einen Zyklopen gesehen und Dinge getan, die jegliche Vorstellungskraft sprengen. Mit aschfahlen Visagen lauschen Klaas & Lundt dem viel zu detaillierten Schreckensbericht des saarländischen Hellriders und vergessen dabei komplett, dass die Hörerinnen und Hörer von Baywatch Berlin schon nach der ersten Nackt-Anekdote keuchend in den Seilen hängen. Doch bei all dem Elend, all dem Schrecken, vergisst sogar Klaas mit einem plötzlichen „Ich möchte ein Wort verbieten!“ das Thema zu wechseln und so bleibt uns nichts anderes übrig, als diese Folge schwitzend und mit schamrotem Kopf durchzuhalten und leise zu hoffen, dass man beim anschließenden Sprung ins Eiswasser von einem Herzinfarkt erlöst werde.
Die Energie der aktuellen Folge wird vom Hersteller heute in Linnemann angegeben. Diese bewegt sich erfreulicherweise bereits im ersten Teil im oberen Bereich und stabilisiert sich im weiteren Verlauf zu einer neun von zehn auf der „Einfach mal machen“-Skala.
Für die Folgenbeschreibung in dieser Woche haben wir exklusiv Markus Lanz gewinnen können.