SWR Kultur lesenswert - Literatur

Frankfurter Buchmesse 2026: Edgar Selge, Johanna Sebauer und Thomas von Steinaecker

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Summary

Edgar Selge, Schauspieler und Schriftsteller, präsentiert seinen neuen Roman "Juras letzter Winter", der sich mit der gewaltsamen Vergangenheit Deutschlands auseinandersetzt. Der Roman basiert auf dem Tagebuch des 16-jährigen Jura Rybinkin, der während der Leningrader Blockade starb. Selge beschreibt Jura als hochbegabten Schüler, der trotz schwerer gesundheitlicher Probleme eine Leidenschaft für das Lesen und Schachspielen entwickelt. Der Autor entdeckt Jura durch eine Rede des Schriftstellers Daniel Granin, die ihn dazu inspiriert, einen Dialog zwischen sich und dem verstorbenen Jungen zu schaffen.

In den Gesprächen wird deutlich, dass Selge eine tiefere Verbindung zu Jura sucht, die über eine bloße literarische Analyse hinausgeht. Er reflektiert über seine eigene Kindheit und die familiären Strukturen, die Gewalt und Unterdrückung hervorgebracht haben. Selge thematisiert die Brutalität des Krieges und die Auswirkungen auf die menschliche Psyche, während er gleichzeitig die Beziehung zwischen Autor und Figur als eine Art Freundschaft beschreibt, die ihm hilft, den richtigen Ton für seinen Roman zu finden.

Johanna Seebauer stellt ihren neuen Roman "Popom" vor, der sich um den jungen Hendrik Popom dreht, der in einer Lebenskrise steckt. Hendrik begegnet einem älteren Mann, von dem er überzeugt ist, dass er sein zukünftiges Ich ist. Diese absurde Prämisse führt zu einer humorvollen und zugleich tiefgründigen Erkundung von Identität und Selbstwahrnehmung. Seebauer reflektiert über die Herausforderungen, die mit der Schaffung eines surrealistischen Erzählstils verbunden sind, und betont die Kraft der Fiktion, um komplexe Fragen des Selbst zu beleuchten.

Thomas von Steinecker präsentiert seinen Roman "Schwestern", der sich mit den Lebensentscheidungen und der Verantwortung der Protagonistin Bettina auseinandersetzt, die sich um ihre geistig beeinträchtigte Schwester Simone kümmern muss. Der Roman beleuchtet die Herausforderungen und die emotionale Belastung, die mit dieser Verantwortung einhergehen, und zeigt, wie Bettina letztlich ihren eigenen Weg finden muss. Von Steinecker thematisiert die Suche nach Identität und den Wert von Fürsorge, während er die komplexen Beziehungen innerhalb der Familie darstellt.

Show Notes

Drei Gespräche von der Frankfurter Buchmesse 2026 mit Autorin Johanna Sebauer, Schauspieler und Schriftsteller Edgar Selge und Filmregisseur und Autor Thomas von Steinaecker.

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