
Show Notes
Vielleicht geschieht das Universum nicht nacheinander, sondern vollständig zugleich. Vergangenheit und Zukunft wären dann nur Schnitte durch ein zeitloses Ganzes, denn die Zeit selbst wäre keine fundamentale Eigenschaft der Wirklichkeit. Jede mögliche Entwicklung könnte als Realität parallel existieren, ohne die anderen zu verdrängen. Was wir als Gegenwart erleben, wäre lediglich der schmale Blick eines Bewusstseins auf ein Universum, in dem alles gleichzeitig passiert.
Was uns Nolan und Einstein hier sagen wollten, ist doch vollkommen klar: Es ist absolut vorstellbar, dass Schmitti sich zwar in Griechenland eine Monotitte angefressen hat, aber trotzdem ein Baddie ist, von dem sich die Frauen auf seiner Ferieninsel noch Jahre nach dem Sommer 26 mit hochrotem Kopf legendäre Geschichten erzählen.
Interessant wäre zu sehen, ab wann sich so eine Quantenphysik verarscht fühlt, wenn Lundt die Möglichkeit der grenzenlosen Gleichzeitigkeit lediglich dafür nutzt, im selben Augenblick auf der Sonnenliege wegzudösen, ins Meer zu pissen und sich dabei Macarons reinzuschieben. Zwanzig Realitäten, superaufwendig nebeneinander, aber technisch alle auf denselben zwei Quadratmetern St. Tropez.
Klaas sollte man mit so was zunächst in Ruhe lassen. Er ist nach wie vor damit beschäftigt, die Welt, in der er aktuell zurechtkommen muss, zu enträtseln. Bringt so mittelviel, denn selbst seine geniale Lösung, das weltweit zunehmende Platzproblem in den Griff zu bekommen – „Alte Leute sollen einfach immer kleiner werden, bis man sie in einer Streichholzschachtel im Blumenbeet beerdigen kann“ – missachtet ja völlig, DASS DAS JA NUN MAL SO NICHT IST UND DAHER AUCH EINE SCHEISSIDEE.
Wie pflegte Mutter Heufer-Umlauf am Ende der Sommerferien immer zu sagen: „Wird Zeit, dass du bald mal wieder zur Schule gehst.“
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Drei mächtige Planeswalker betreten das Schlachtfeld. Klaas Heufer-Umlauf, Thomas Schmitt und Jakob Lundt. Jeder mit eigenem Deck, fragwürdiger Manakurve und der festen Überzeugung, diese Partie kontrollieren zu können. Klaas tappt zwei schwarze Mana und beschwört Heinos Messerset, ein legendäres Artefakt mit Todesberührung und einem Marktwert von 120 Euro. Thomas wirkt „Automatisierte Beleuchtung“, eine blaue Verzauberung und aktiviert seine passive Fähigkeit: „Katha bekommt den alten Scheiß“. Sämtliche überflüssigen Artefakte wechseln unter Kathas Kontrolle. Jakob hält seine Mana offen. Er ahnt Schlimmes. In der zweiten Hauptphase erscheint der Sexschamane, eine legendäre Kreatur mit zweifelhafter Widerstandskraft und der aktivierten Fähigkeit „Neue Niere“. Klaas zieht seine Lieblingsboulette, jetzt dank neuem Lieferanten mit Flash. Thomas kontert mit „Tim Sproten, der ewige Esser“, einer 0/8-Kreatur, die jede Versorgungsphase um drei Stunden verlängert. Jakob erhält fünf Ekel-Counter. Plötzlich geht ein Trigger auf den Stack. Klaas wirkt eine Ndrangheta-Hexerei.
Die neuste Folge des ehemaligen Sauna- und Wellness-Podcasts „Baywatch Berlin“ startet mit einem geheimnisvollen Geräusch. Wer es erkennt qualifiziert sich automatisch für ein Trauma. Doll! Stark! Klasse! Nach dem Powerthema „Wellness“ in der letzten Woche, befassen sich die drei gewieften Medienstrategen direkt mit dem nächsten Filetstück der Podcast-Szene: Crime Grusel Grusel! Es geht um Einbrüche, Messermörder in der Dusche und warum Klaas Verwandter ersten Grades von Karlsson vom Dach ist.
So, dann mal Schmuck ablegen, Handtuch um die Hüfte und mit der Lotion einreiben - ab geht die wilde Fahrt! Machen Sie sich bereit für Baywatch Berlin, den Sauna-Aufguss für die Ohren! Wie lange schaffen Sie es, sich den neuesten Hot Takes von Klaas, Schmitt & Lundt auszusetzen? Halten Sie durch, wenn Ihnen das inhaltslose Geplapper wie heiße Luft ins Gesicht gewedelt wird und pausenlos Schnappsideen auf die heißen Steine Ihrer Geduld gekippt werden? Ja, die Sanduhr rieselt langsam, wenn Schmitt ausführlich von seinen Erlebnissen im Wellnesshotel erzählt, in dem von 15-17 Uhr Saunaaufgüsse anstanden und die restliche Zeit für „Schämen“ draufging. Wie einst Odysseus ist Schmitt auf den Cringeozean hinausgesegelt, hat in der Sauna mehr als nur einen Zyklopen gesehen und Dinge getan, die jegliche Vorstellungskraft sprengen. Mit aschfahlen Visagen lauschen Klaas & Lundt dem viel zu detaillierten Schreckensbericht des saarländischen Hellriders und vergessen dabei komplett, dass die Hörerinnen und Hörer von Baywatch Berlin schon nach der ersten Nackt-Anekdote keuchend in den Seilen hängen. Doch bei all dem Elend, all dem Schrecken, vergisst sogar Klaas mit einem plötzlichen „Ich möchte ein Wort verbieten!“ das Thema zu wechseln und so bleibt uns nichts anderes übrig, als diese Folge schwitzend und mit schamrotem Kopf durchzuhalten und leise zu hoffen, dass man beim anschließenden Sprung ins Eiswasser von einem Herzinfarkt erlöst werde.
Die Energie der aktuellen Folge wird vom Hersteller heute in Linnemann angegeben. Diese bewegt sich erfreulicherweise bereits im ersten Teil im oberen Bereich und stabilisiert sich im weiteren Verlauf zu einer neun von zehn auf der „Einfach mal machen“-Skala.
Für die Folgenbeschreibung in dieser Woche haben wir exklusiv Markus Lanz gewinnen können.