
Show Notes
The philosopher knows what it means when certainties disappear. As a teenager in Albania, she experienced the end of communism and the collapse of state structures. Her literary debut, “Free“, became a bestseller, and her new book, “Indignity“ has just been published. As a professor of political theory at the London School of Economics, Lea Ypi thinks more broadly and fundamentally than others about the challenges of our time. She laments the inequality created by neoliberalism and what that means for our societies. She wants to see a new political project that does not rely on the strength of individual states, but on cooperation and equal rights for all. At FREIHEIT DELUXE Jagoda Marinić and Lea Ypi discuss why people doubt democracy, what appeal an EU weakened by crises still has, why borders only apply to certain people and why fear is an important factor in writing literature.
Here you will hear... what the true meaning of freedom is (4:50) why many East Germans do not believe in democracy (10:48) why the idea of the nation state is a myth (23:37) that the EU needs a new political project (41:34) what distinguishes the Berlin Wall from the border between Mexico and the US (48:35) that the narrative of the criminal migrant obscures the real problems (56:46) why writing literature is so difficult and why she does it anyway (1:04:27)
FREEDOM DELUXE with Jagoda Marinić is a Hessischer Rundfunk production in cooperation with the German Publishers and Booksellers Association. Editorial team: Andrea Geißler, Juliane Orth, and Christoph Scheffer. You can reach us by email: [email protected] . Want to hear and learn more? Here's our tip: https://1.ard.de/urban-pop
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In dieser Woche möchte ich mit euch über ein Thema sprechen, über das gefühlt alle reden - und über das trotzdem viel zu wenig geredet wird: Künstliche Intelligenz. Mir fiel auf, dass wir dieses Thema noch nie bei Freiheit Deluxe oder Marinićs Freiheit hatten, schließlich geht es dabei um unser aller Freiheit. Aber in dieser Woche hat es mich besonders beschäftigt, weil Jensen Huang, der Chef des wertvollsten Unternehmens der Welt, Nvidia, bei Friedrich Merz war und ihn auf offener Bühne fast schon verhöhnt hat, Deutschland sei in Sachen KI-Technologie komplett abgehängt und hätte nichts zu regulieren, weshalb man das Regulieren auch gleich lassen könne. Passend dazu suchte ich seit Wochen Interviews mit Aussteigenden aus der KI-Branche, die vor den Folgen ungebremster KI-Entwicklung warnen. Am meisten am Thema KI beschäftigt mich ehrlich gesagt die Sinnkrise, in die es Menschen bringt. Sind wir wirklich so ersetzbar? Einige wenige bauen an einer Welt, in der unsere bisherige Arbeit von Maschinen gemacht wird - und behaupten, wir hätten danach mehr Freiheit. Aber ist das so? Zu diesen Fragen habe ich mir einen klugen Gast eingeladen: Prof. Dr. Katharina Zweig. Sie ist Professorin für Informatik an der RPTU und Leiterin des Algorithm Accountability Labs. Mit ihr spreche ich über die Gefahren von KI, darüber, ob wir KI über- oder unterschätzen - und darüber, warum vielleicht gar nicht so schlecht ist, dass Europa eher bremst. Schreibt mir, was Ihr denkt! Shownotes: Bücher, Studien, Texte, Interviews, die ich erwähne: Den großartigen Beitrag von Jon Stewart zu KI findet ihr auf Youtube: https://www.youtube.com/watch?v=S18jxWZntUo Hier gibt es Jon Stewarts Interview mit OpenAI-Aussteiger Jacob Coxon: https://www.youtube.com/watch?v=lnLDjXy2kRA Einen ausführlichen Artikel zur Kooperation der Bundesregierung mit Nvidia hat die Tagesschau für euch: https://www.tagesschau.de/wirtschaft/technologie/bund-nvidia-zusammenarbeit-ki-100.html Die CNN hat zusammengefasst, wie Nvidia zum wertvollsten Unternehmen der Welt wurde und welche Rolle ihre Technik für KI spielt: https://edition.cnn.com/2026/02/07/business/nvidia-trillion-valuation-ai-chips-vis Hier geht es zum Interview von Ezra Klein mit Jensen Huang: https://www.youtube.com/watch?v=HjurAWAr_nY Hier spricht Anderson Cooper mit Jensen Huang: https://www.youtube.com/watch?v=OikCGINo-K8 Katharina Zweig und ihr Verlag stellen Lehrenden und Menschen in Bildungseinrichtungen die ersten 200 Seiten ihres Buches "Weiß die KI, dass sie nichts weiß?" kostenlos zur Verfügung. Wenn ihr das Buch in Uni, Schule oder Ausbildung nutzen wollt, könnt ihr euch unkompliziert hier melden: https://aalab-weiss-die-ki-dass-sie-nichts-weiss.cs.rptu.de/download MARINIĆs FREIHEIT mit Jagoda Marinić ist ein Podcast von hr, Radio Bremen, SWR und WDR. Redaktionsteam: Torben Richter, Jagoda Marinić und Lukas Fleischmann. Mail: [email protected]
Seit der Wahl in Sachsen-Anhalt dreht sich die Berichterstattung um die Frage: Was ist mit der sogenannten Mitte los? Gibt es sie noch? Warum erstarken die Ränder? Um diese Fragen zu besprechen, hat sich Jagoda Marinic den renommierten Politikwissenschaftler Karl-Rudolf Korte eingeladen. Er ist bekannt als Experte, der nach Wahlsonntagen die Zahlen deutet und der sich über Wahlverhalten der Deutschen in klugen Büchern, Talkshows und als Politikberater Gedanken macht. Bei FREIHEIT DELUXE spricht Karl-Rudolf Korte mit Jagoda Marinić trotz der Verunsicherungen vor allem über Zuversicht. Demokratie muss in die Offensive kommen, wenn sie autoritären Kräften etwas entgegensetzen will. Wie das gelingen kann? Mit der besseren Party, oder wie Korte sagt: „mehr Wurst wagen! Zusammen mit Jagoda Marinić denkt Korte über die neue Mittelalterlichkeit nach, die Herausforderung ständig digital und analog zu leben. Zuletzt kritisiert er den Berlin Hauptstadtjournalismus, für den es aktuell eher um einen Strandkorb geht als um die großen Fragen. Probleme lösen und Partys feiern, so würde Korte es angehen und in der neuen Folge erfahrt ihr, ob er dabei auch selbst tanzen würde. Hier hört ihr… welches Freiheitszitat Karl-Rudolf Korte mitgebracht hat (03:11) was Gewissheitsschwund mit Bahnfahren zu tun hat (14:58) warum die Demokratie die bessere Party braucht (26:36) warum man in Demokratien besser entspannen kann (37:21) warum Verlässlichkeit in der Politik so wichtig ist (46:56) was „Stimmung über die Stimmung“ bedeutet (01:04:37) warum Karl-Rudolf Korte zuversichtlich in die Zukunft geht (01:22:00)
In dieser Folge nehme ich euch mit auf die Frankfurter Buchmesse und in die Welt der Bücher, weil hier Büchermenschen aus der ganzen Welt aufkreuzen und angesichts der Enge unserer sonstigen Diskussionen sind die Tage hier ein Fenster zur Welt. Überhaupt bewegt sich einiges, und zwar auch mal zum Guten. Nicht nur, dass Bücher und das Lesen wieder trendet, ich beobachte auch, wie sich Autorinnen verändern, wie sie diesen Betrieb öffnen und sich das Licht erobern: Auf der diesjährigen Shortlist für den Deutschen Buchpreis waren von sechs Nominierten fünf Frauen und mit Shida Bazyar für „Die Lücken“ hat auch eine großartige Autorin gewonnen. Das Besondere ist aber nicht nur die Präsenz der Autorinnen, sondern auch, wie sie von ihren Verlagen betreut werden, wie sie mit ihren KonkurrentInnen umgehen und wie bewusst sie sich sind, was da insgesamt geschieht. Ich will euch erzählen von dieser inspirierenden Bewegung in dem einst hart umkämpften Literaturbetrieb. Ich frage mich, verändert sie sich wirklich, diese Branche, die so lange Zeit von Männern und auch einem krassen Konkurrenzkampf dominiert wurde? Ich habe mir auch von Shida Bazyar und Dana Vowinckel ihre Eindrücke per Sprachnachricht schildern lassen und angesichts des Trubels um ihre Bücher, riesen Shoutout und Danke, dass ihr euch noch die Zeit für Marinićs Freiheit und meine Hörerinnen genommen habt. Ich nehme Euch in dieser Folge auch mit in meine Vergangenheit: 2001 habe ich, noch als Studentin, mein Debüt als Schriftstellerin vorgelegt und wurde so auch Teil eines Literaturbetriebs, der durchaus sexistischer und von allerlei Schubladendenken geprägt war. Aber umso erfreulicher und inspirierender, und darüber will ich vor allem mit Euch reden, dass sich hier jetzt ein Bewusstseinswandel beobachten lässt, von dem alle Generationen etwas haben, denn die Freiheit der Autorinnen von heute hat viel damit zu tun, dass es mehr Lektorinnen, Verlegerinnen, Kritikerinnen und überhaupt Profis gibt, die an anders ticken als früher. Und das ist gut so. Shownotes: Texte, Reden, Interviews, die ich erwähne: Dankesrede von Shida Bazyar, Gewinnerin des Deutschen Buchpreises 2026 t=433s TV-Interview mit der Literaturkritikerin Sandra Kegel bei Kulturzeit, 3Sat, vom 05.10.2026: https://www.3sat.de/kultur/kulturzeit/deutscher-buchpreis-2026-100.html Volker Hage, Ganz schön abgedreht; Spiegel-Artikel über die literarischen Fräuleinwunder vom 21.03.1999: https://www.spiegel.de/kultur/ganz-schoen-abgedreht-a-bf9d1ff9-0002-0001-0000-000010246374
Wer Visionen hat, sollte nicht zum Arzt gehen, sondern ins Kaffeehaus! Vielleicht der ideale Ort, um gemeinsam an einer liebevolleren Welt zu arbeiten. Der Schauspieler und Musiker Robert Stadlober ist begeistert von den Kaffeehäusern und Salons der 20er Jahre und tourt mit Texten des Schriftstellers Kurt Tucholsky, die er in Musik übersetzt hat. Sein Gefühl: Gedanken, die schon mal verboten wurden, helfen auch gegen aktuelle Bedrohungen. Tucholsky zu lesen war sein Weg, sich die Rolle von Hitlers Propagandaminister Joseph Goebbels auszutreiben, den er für den Film „Führer und Verführer“ darstellte. Robert Stadlober und Jagoda Marinic lassen den Spirit der Kaffeehäuser wach werden, wo die Kraft der Wörter und der Begegnung wirkt und man „mit Ideen eine Welt bauen kann“. Sie sprechen über Räume, die viele Menschen einbeziehen, über Plattformen, die echten Austausch ermöglichen und wo nicht Profit die Inhalte bestimmt. Erst gegen Ende, als Jagoda ihn auf die Darstellung von Goebbels anspricht, erzählt Robert von der verstörenden Faszination, die diese Rolle auf ihn ausübte und weshalb sie ihn in den Schlaf verfolgte. Robert Stadlober schwärmt von der Magie des Moments auf der Bühne, sucht nach der Glorie des „normalen Lebens“ und erzählt Jagoda von seiner Hoffnung, am Kaffeetisch doch noch die Kraft der Gemeinsamkeit zu erwecken.
In der ersten Folge nach der Sommerpause will ich mit euch darüber reden, woran keiner so recht vorbeikommt: Über die Landtagswahlen und was die mit uns und unserer Öffentlichkeit gemacht haben. Also klar - auch über die AfD, was vom Wahlsieg wie dem der Linken in Berlin grad medial übrigbleibt und auch über unsere demokratische Zukunft. Aber die Folge heute wird eher eine Grundsatzkritik: Ich frage mich nämlich, warum es derzeit in Sachen Politik medial und in Social Media gefühlt nur zwei bis drei Themen oder auch politische Personen zu geben scheint. Es ist, als würden sich alle auf eine politische Agenda einschießen, diese dann tage-, manchmal wochenlang in meist alarmistischem Ton verhandeln, bis alle das subjektive Gefühl haben, wir stehen ganz nah am Weltuntergang. Alle anderen möglichen Themen werden so wegdominiert. Die AfD dankte entsprechend nach den Wahlen jedes Mal: Es ging ja nur um uns. Soll das so weitergehen, obwohl man sieht, wo es hinführt? Mehr Empörung, mehr Erregung, mehr Lagerdenken. Was ist mit den „echten“ Problemen wie Mietpreise, Renten oder Kita-Plätze passiert? Probleme, die viele täglich betreffen und die Auswirkungen auf den Alltag haben? Wo sind die hin, wieso redet da kaum einer drüber oder zumindest so lange, bis eine politische Handlung möglich wird? Dazu habe ich mir Ann-Katrin Müller eingeladen. Sie ist Journalistin beim Spiegel und beschäftigt sich seit Jahren intensiv mit der AfD, das Thema also, das alles überlagert. Ich will mit ihr besprechen, wie man über die AfD reden kann, ohne sie noch größer zu machen. Was können wir für eine diverse politische Agenda tun und wie eine Streitkultur wiederbeleben, der es nicht darum geht, das Gegenüber zu vernichten, sondern Lösungen zu suchen? Ihr könnt gerne Kommentare hinterlassen und mir eure Gedanken schreiben. Einige der Texte, die ich für diese Folge gelesen habe und die euch auch interessieren könnten, findet ihr hier: