Reboot Society - KI, Diversität und die neue Weltordnung

#39 „Du hast mich virtuell vergewaltigt" – Digitale Gewalt gegen Frauen und was KI damit zu tun hat

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Show Notes

In dieser Folge spricht Sarah über digitale Gewalt gegen Frauen – ausgehend vom aktuellen Fall Collien Fernandes, die Anzeige gegen ihren Ex-Mann Christian Ulmen erstattet hat und von jahrelangem Identitätsmissbrauch und Deepfake-Pornografie berichtet. Anhand konkreter Studiendaten – von Sensity AI über das Center for Countering Digital Hate bis hin zum Grok-Skandal im Januar 2026 – zeigt sie, wie KI sexualisierte Gewalt nicht erfunden, aber industrialisiert und skaliert hat. Die Folge beleuchtet das systemische Versagen von Strafverfolgung und Gesetzgebung, erklärt warum nur 2,4 % der betroffenen Frauen Anzeige erstatten – und macht deutlich: Das ist kein Tech-Problem, sondern ein Gewaltproblem mit patriarchalen Wurzeln, für das wir strukturelle Antworten brauchen. Quellen dieser Folge: Sensity AI / Deeptrace: „The State of Deepfakes" (2019, 2020, 2021) Home Security Heroes: „2023 State of Deepfakes: Realities, Threats, and Impact" Center for Countering Digital Hate (CCDH): „Grok Floods X with Sexualized Images" (Januar 2026) Graphika: „A Revealing Picture" (Dezember 2023) WIRED: „Millions of People Are Using Abusive AI Nudify Bots on Telegram" (Oktober 2024) Tech Transparency Project: „Nudify Apps Widely Available in Apple and Google App Stores" (Januar 2026) Flynn, Powell, Eaton, Scott (2025): „Sexualized Deepfake Abuse: Perpetrator and Victim Perspectives" – Sage Journals CHI '24 / ACM: „Non-Consensual Synthetic Intimate Imagery: Prevalence, Attitudes, and Knowledge in 10 Countries" Springer / AI & Society (2025): „The Harm of Deepfakes: A Scoping Review" UK Revenge Porn Helpline: Jahresbericht 2024 Thorn: „1 in 10 Minors Say Peers Have Used AI to Generate Nudes of Other Kids" (2024) FBI IC3 Report 2024 / FinCEN Notice zu Sextortion Netzpolitik.org: „Deepfakes, Stalking, Drohungen: Wie verbreitet digitale Gewalt wirklich ist" (Februar 2026) Der Spiegel: „Strafanzeige gegen Christian Ulmen" (März 2026) – Unschuldsvermutung gilt Bundesjustizministerin Stefanie Hubig im Spiegel-Interview, 20. März 2026 Hilfsangebote: HateAid (Deutschland): hateaid.org – kostenlose Rechtsberatung StopNCII.org – digitaler Fingerabdruck-Schutz für eigene Bilder Revenge Porn Helpline: revengepornhelpline.org.uk Aktiv gegen digitale Gewalt: aktiv-gegen-digitale-gewalt.de Für Anregungen und mehr folgt uns gerne 🔗 Sarah’s Instagram: @sarah_rojewski 🔗 Inken’s Instagram: @askinkenai

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Oct 19, 2026

Ein einzelner Entwickler baut mit KI kostenlose Nachbauten von sieben Adobe-Programmen, und kurz danach stuft die Bank HSBC die Adobe-Aktie herab. Brandon Thomas aus Atlanta nennt sein Projekt ArtCraft. Geht es jetzt den Softwareunternehmen an den Kragen? Wir ordnen ein, was wirklich passiert ist. ArtCraft ist noch in einer frühen Alpha-Phase, und es gibt bisher keine geprüften Zahlen zu abgewanderten Adobe-Kunden. Wir fragen uns, was Softwarefirmen noch schützt, wenn der Code kaum noch etwas wert ist. Wer haftet, wenn in KI-Code eine Sicherheitslücke steckt? Und folgt nach den Entlassungen jetzt der Druck auf die Produkte? Außerdem geben wir euch einen Einblick in unsere Vorträge auf der NeulandPro Connect: Sarah sprach über KI Future Skills, Inken über lokale KI und KI-Sicherheit. Inkens Takeaway: Sichere KI gibt es nicht von selbst. Sie entsteht durch Menschen, die Rückrufe über bekannte Nummern machen, für jeden Dienst ein eigenes Passwort nutzen und in Familie und Team ein Codewort vereinbaren. 🔎 Begriff im Fokus: Open Source (quelloffen): Der Bauplan eines Programms ist öffentlich. Alle dürfen ihn ansehen, nutzen und verändern. Spear-Phishing: Ein Angriff, der auf eine einzelne Person zielt. KI-Agenten suchen vorher im Netz alles über sie zusammen, deshalb wirken die Mails so persönlich. Credential Stuffing: Ein gestohlenes Passwort wird automatisch bei vielen Diensten ausprobiert. Mit KI-Agenten geht das in Sekunden. 🔗 Links: PetaPixel: Kostenlose Open-Source-Nachbauten von Photoshop, Premiere und Lightroom Yahoo Finance: HSBC stuft Adobe herab Bloomberg: Analysten waren gegenüber Adobe noch nie so skeptisch Gulf News: Rund 154.000 gestrichene Stellen in der Tech-Branche Wikipedia: Der OpenAI-Hugging-Face-Vorfall Al Jazeera: Cyberangriff auf französische Supermärkte Notebookcheck: Bitkom warnt vor 202 Milliarden Euro Cyber-Schaden vely.ai 📲 Media-Kanäle: 🔗 Sarah’s Instagram: @sarah_rojewski (https://www.instagram.com/sarah_rojewski) 🔗 Inken’s Instagram: @askinkenai (https://www.instagram.com/askinkenai)

Oct 12, 2026

In den letzten Wochen haben gleich drei große Firmen persönliche KI-Agenten gestartet. Muse von Meta, Dots von OpenAI und Grok Bot von xAI sollen nicht nur antworten, sondern selbst Aufgaben erledigen. Dazu kommt OpenClaw als Open-Source-Alternative, die ihr selbst betreiben könnt. Gleichzeitig fällt auf, dass Muse und Dots ein ziemlich niedliches Gesicht bekommen haben und Meta mit Muse Charm sogar ein Gerät zeigt, das an ein Tamagotchi erinnert. Wir sortieren, was die vier Agenten können, was sie kosten, wo sie verfügbar sind und worin sie sich unterscheiden. Wir klären, was Muse von Meta AI unterscheidet, und schauen darauf, warum Tech-Konzerne ihre Agenten gerade jetzt so süß aussehen lassen. Dazu kommen Forschung zum Kindchenschema, Studien zu Vertrauen in niedliche Roboter und die Kritik von Jugendschutzgruppen und Fachleuten. Unser Fazit lautet, dass Vertrauen an Zugriffsrechten, Transparenz und Sicherheit hängen sollte und nicht an großen Augen. Prüft also, welchen Zugriff ihr einem Agenten gebt, auch wenn er noch so freundlich aussieht. 🔎 Begriff im Fokus: KI-Agent: Ein Chatbot antwortet auf Fragen. Ein Agent bekommt ein Ziel und arbeitet es selbst ab, zum Beispiel einen Flug buchen, eine Mail schreiben oder etwas einkaufen. Dafür hat er einen eigenen Computer in der Cloud und Zugriff auf eure Apps. Kindchenschema: Große Augen, ein runder Kopf und runde Wangen. Diese Merkmale wirken niedlich und wecken bei uns Fürsorge. Konrad Lorenz hat das in den 1940er Jahren beschrieben. Tamagotchi-Effekt: Menschen bauen eine emotionale Bindung zu digitalen Wesen auf, wenn sie das Gefühl haben, sich um sie kümmern zu müssen. Media Equation: Menschen behandeln Computer und Medien ganz automatisch wie echte Gegenüber. Das haben Byron Reeves und Clifford Nass in den 1990er Jahren gezeigt.

Oct 5, 2026

Nach unserer Doppelfolge „KI Stop“ über Weltuntergangs-Stimmung und Doomsday-Schlagzeilen wird es heute ganz praktisch. Unsere Gästin Viviana arbeitet als Cybersecurity Software Engineer bei Google in München. Mit ihr klären wir: Wie werden KI-Agenten gehackt, und wie können sie selbst hacken? Viviana erzählt, wie sie eher zufällig in der Cybersecurity gelandet ist und warum der Job so kreativ ist. Sie erklärt an einem Beispiel aus dem Alltag, was eine Prompt Injection ist. Wir sprechen darüber, wie ihr Team Angriffe automatisch gegen Googles KI-Produkte laufen lässt und warum die Sicherheitsteams dafür in München und Zürich sitzen. Außerdem geht es darum, warum die Cybersecurity mehr Frauen braucht. Pünktlich zum Start des Cybersecurity Awareness Month lautet unser Fazit: Lasst euch keine Angst machen. Bleibt wachsam und prüft, welche Zugriffe euer KI-Agent hat. 📌 Begriff im Fokus: Prompt Injection: Jemand schmuggelt einen versteckten Befehl in Inhalte, die eine KI liest, zum Beispiel in eine E-Mail, eine Webseite oder ein Profil. Der Befehl kann etwa in weißer Schrift auf weißem Hintergrund stehen. Die KI hält ihn für eine Anweisung von euch und führt ihn aus. CIA-Prinzip: Die drei Grundziele der Cybersecurity. Confidentiality (Vertraulichkeit): Unbefugte können eure Daten nicht lesen.

Sep 28, 2026

Nach den jüngsten Sicherheitsvorfällen fordern ausgerechnet führende Köpfe der Tech-Branche, die Entwicklung besonders leistungsfähiger KI zu verlangsamen. Doch was soll eigentlich gebremst werden und wer kontrolliert, ob sich Unternehmen und Staaten daran halten? Wir schauen auf den Drei-Stufen-Plan von Anthropic-CEO Dario Amodei: unabhängige Prüfer innerhalb der KI-Unternehmen, gemeinsame Sicherheitsstandards in demokratischen Staaten und internationale Vereinbarungen mit China. Außerdem fragen wir, ob die neuen Warnungen echte Verantwortungsübernahme sind oder ob große KI-Unternehmen versuchen, Regeln zu ihrem eigenen Vorteil mitzugestalten. Zwischen Sicherheitsrisiken, geopolitischem Wettbewerb und wirtschaftlichen Interessen wird deutlich: Ein KI-Slowdown ist keine einfache Pause-Taste. Entscheidend ist, ob Kontrolle, Transparenz und internationale Zusammenarbeit mit dem Entwicklungstempo Schritt halten können. Quellen zur Folge Dario Amodei: „We Must Pace the Frontier“

Sep 20, 2026

Jahrelang lieferten sich OpenAI, Anthropic und Google ein Wettrennen um immer leistungsfähigere KI. Doch plötzlich warnen ausgerechnet Menschen aus diesen Unternehmen vor den möglichen Folgen. Auslöser der aktuellen Debatte sind unter anderem ein folgenreicher Sicherheitsvorfall bei Hugging Face und der öffentliche Rücktritt des ehemaligen OpenAI- und Anthropic-Forschers Jacob Coxon. Was zeigen diese Ereignisse wirklich? Können KI-Agenten bereits eigenständig Grenzen überschreiten und zusammenarbeiten? Und wo beginnt die spekulative Erzählung von AGI, Superintelligenz und einer KI, die sich selbst verbessert? Wir sortieren Fakten und Zukunftsszenarien, sprechen über Silicon Valleys Echo Chambers und fragen: Sind die neuen Warnungen ein glaubwürdiger Alarm oder auch ein strategisches Instrument im Wettbewerb um Geld, Macht und Regulierung? In Teil zwei untersuchen wir, wie ein KI-Slowdown konkret aussehen könnte und warum dabei kein Weg an China vorbeiführt. Generative AI: Erstellt Texte, Bilder, Code und andere Inhalte.

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