
Show Notes
Ein kleine Störung unseres gewohnten Alltags, wie etwa der Stromausfall Anfang des Jahres in Berlin – und plötzlich fällt auf, wie verletzlich unser tägliches Leben ist. Vielleicht braucht es manchmal solche Störungen, um zu merken, wie weit wir uns in Komfort, Sicherheit und Gewohnheit eingerichtet haben – und wie gut es tun kann, sich und die Welt wieder unmittelbarer zu spüren.
Von dort führt das Gespräch zu einer größeren Frage: Was ist aus uns geworden? Wir können lieben, vertrauen, füreinander sorgen und mit völlig Fremden kooperieren – und gleichzeitig kränken, bekämpfen und beherrschen wir einander. Warum fällt einem Hund bedingungslose Zuneigung scheinbar so leicht und uns Menschen so schwer? Was macht unser Ego mit uns? Und warum sind wir technologisch so ungeheuer weit gekommen, während wir emotional und gesellschaftlich manchmal erstaunlich archaisch wirken? Jan und Alex sprechen über Freiheit und Sicherheit und Selbstbestimmung - bis hin zu unseren Entscheidungen über Krankheit, Sterben und die Grenzen staatlicher Fürsorge. Es geht um Religion und die Sehnsucht nach Sinn und Orientierung, um jene Erfahrungen, die sich nicht vollständig rational erklären lassen, und um künstliche Intelligenz, die ausgerechnet jetzt eine neue Frage aufwirft: Wenn unsere Maschinen immer mächtiger werden – müssen vielleicht nicht sie menschlicher werden, sondern wir? Und am Ende steht der Mensch zwischen Natur und Kultur, Fortschritt und Entfremdung, Liebe und Ego, Freiheit und Endlichkeit. Haben wir unser Leben immer weiter verbessert – oder uns dabei manchmal von dem entfernt, was wir eigentlich brauchen?
Ein Gespräch über das Leben und all seine Widersprüche. Über das, was uns verbindet, was uns begrenzt – und darüber, wie nah wir uns selbst eigentlich noch sind.
Und jetzt seid ihr dran: Was denkt ihr? Wo widersprecht ihr uns? Welche Fragen und Themen sollen wir uns als Nächstes vornehmen? Schreibt uns. Und wenn euch gefällt, wohin diese Gespräche führen, folgt oder abonniert Liefers + Broicher dort, wo ihr uns am liebsten hört. Gerade zum Start hilft uns das sehr :)
Jan Josef Liefers: https://www.instagram.com/janjosefliefers/ Alex Broicher: https://www.instagram.com/alexbroicher/
Producer: Claas Engels
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Eine sehr persönliche Folge mit offenem Visier: was glauben wir eigentlich – und woher wissen wir, dass das, was wir glauben, wahr ist? Wir alle tragen Überzeugungen in uns, die viel älter sein können als unsere bewussten Entscheidungen. „Ich muss stark sein.“ „Ich darf niemandem zur Last fallen.“ „Menschen kann man vertrauen.“ Oder gerade nicht. Solche Glaubenssätze entstehen aus Kindheit, Erfahrungen, Verletzungen, Familie und Gesellschaft. Irgendwann hören sie auf, sich wie Annahmen anzufühlen. Sie werden zu dem, was wir für Wirklichkeit halten.
Darf man ein entführtes Flugzeug abschießen, bevor es zur Terrorwaffe wird? Und was hat Heino damit zu tun? "Die Würde des Menschen ist unantastbar" - ein Satz, der selbstverständlich klingt – bis man fragt, was er im Ernstfall bedeutet. Darf man wenige Menschen opfern, um viele zu retten? Wie viel darf ein Staat vom Einzelnen verlangen? Und wie ernst nehmen wir die Würde derjenigen, deren Ansichten wir ablehnen? Jan Josef Liefers und Alex Broicher sprechen über ein großes Versprechen und seine Widersprüche im täglichen Leben. Über das Bedürfnis, Menschen in Gruppen einzuteilen, über Leistung, Gerechtigkeit und die Frage, ob wir allen den gleichen Wert zugestehen. Was mit einer turbulenten Flugreise an der Seite von Heino beginnt, führt zu einer Frage, die jeden betrifft: Wie schützen wir die Würde anderer – und bewahren unsere eigene?
Was ist der Sinn des Lebens? Wonach streben wir? Wir arbeiten, haben Freunde, Anerkennung. Und trotzdem bleibt oft das Gefühl, dass da noch mehr kommen muss. Woran liegt das? Und wer bestimmt eigentlich, was wir wert sind? Jan Josef Liefers und Alex Broicher sprechen sehr persönlich und offen über diese Themen. Jan erzählt von seiner Kindheit und davon, warum berufliche Sicherheit und Selbstzweifel durchaus zusammenpassen. Alex fragt sich, wie viel seines Selbstwerts an der Arbeit hängt und ob hinter der Lust auf neue Herausforderungen manchmal auch die Unfähigkeit steckt, zufrieden zu sein.
Was bleibt vom Wir, wenn jeder in seiner eigenen Welt lebt? Teilen wir noch eine Wirklichkeit? Worüber verständigen wir uns, wenn uns ganz unterschiedliche Fragen beschäftigen? Jan Josef Liefers und Alex Broicher bewegen sich zwischen drei Fragen: Erleben wir das Ende der Gleichzeitigkeit, weil jeder andere Ausschnitte der Welt zu sehen bekommt? Das Ende der Verbindlichkeit, weil wir uns alle Möglichkeiten offenhalten wollen, während wir auf Verlässlichkeit angewiesen sind? Und droht damit das Ende des Gemeinsamen – der Grundlage unseres Zusammenlebens mit Menschen, die wir uns nicht ausgesucht haben?
Jan, nackt beim Handstand. Wie frei sind wir noch, wenn jeder unbedachte Moment gegen uns verwendet werden kann? Und wer bestimmt, wer wir digital sind, wenn sich unser Gesicht kopieren und unsere Stimme nachbauen lässt? Jan Josef Liefers und Alex Broicher sprechen live von der IFA Bühne über das Recht am eigenen Bild, Gesichtserkennung, Deepfakes und eine Kollegin, die ihren digitalen Doppelgänger durchaus zur Arbeit schicken würde. Über die Macht der Bilder – und darüber, was sie von einem Menschen wirklich zeigen. Was bleibt vom Staunen, wenn sich alles künstlich herstellen lässt? Zwischen digitaler Kopie und echtem Leben. Am Ende steht eine Frage, die uns alle angeht: Müssen wir uns ständig durch die Augen anderer betrachten – oder können wir einander die Freiheit lassen, Mensch zu sein? Mit Widersprüchen, Fehlern und einem Leben, das auf kein Profil passt. Die Technik verändert unsere Welt. Wie wir darin miteinander umgehen, entscheiden wir selbst.