
DDCAST 234 - Kurt Friedrich "Im Dialog entsteht das Neue"
DDCAST - Was ist gut? Design, Kommunikation, ArchitekturShow Notes
Kurt Friedrich ist Gestalter; Unternehmer; Wegbegleiter. Er arbeitet an der Schnittstelle von Design, Kommunikation und nachhaltiger Transformation. Gestaltung versteht er als soziale Funktion – als Möglichkeit, Ordnung zu schaffen; Orientierung zu geben; Zusammenhänge zu vermitteln. Für ihn ist sie kulturelle, demokratische Praxis; Einladung zum Dialog; Bewegung auf das Wesentliche zu. Was ihn leitet: ein Designbegriff, der zuhört; der Beziehungen gestaltet; der Resonanzräume öffnet. Gestaltung ist Vermittlung, nicht Behauptung. Im Zentrum steht der Dialog – nicht als bloßes Gespräch, sondern als schöpferischer Möglichkeitsraum. „Im Dialog entsteht das Neue“ – zwischen den Beteiligten; im Wechselspiel von Perspektiven; im Spannungsfeld von Differenz und Verbindung. Das Dazwischen ist kein neutraler Zwischenhalt, sondern ein lebendiger Resonanzraum: offen; riskant; transformativ. Hier formt sich Zukunft. Geboren 1961 in Stockstadt am Rhein; geprägt von einer landwirtschaftlichen Umgebung und Pferden. Ausbildung zum Raumausstatter; Meisterprüfung; später Studium Industriedesign an der HfG Offenbach – mit Fokus auf Konsumkritik und Nachhaltigkeit. Seit 1990 Mitgründer mehrerer Unternehmen: ID4 Markenagentur; zwei – Taschenlabel; addcube – POS-System; tingtool – Plattform für kollaborative Kommunikation; hausrat – Produktstandards; dialog-plan – nachhaltige Markenentwicklung. Projekte u. a. für Caparol, HEAG, OKA, Software AG-Stiftung, Nieder-Ramstädter Diakonie. Lehrbeauftragter für Ökologie und Design (2014–2020); seit 2021 Mitgründer der Bildungsinitiative greenD – Nachhaltigkeit im Designstudium; nicht als Zusatz, sondern als Zentrum. Mitglied im Deutschen Design Club; bei Hessen Design; in der Okeanos Stiftung; Mitgründer von white heart. Seit 20 Jahren systemische Aufstellungsarbeit am HSI-Heidelberg. Kurt Friedrich lebt und arbeitet in Darmstadt; verheiratet; zwei erwachsene Kinder.
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ANNE MEEKERS ist Soziologin und Experience-Design-Strategin. Seit mehr als 20 Jahren arbeitet sie an der Schnittstelle von Design, Innovation und gesellschaftlicher Veränderung, unter anderem bei Accenture, Fjord und Publicis Sapient. Design versteht sie dabei weniger als ästhetische Disziplin, sondern als strategisches Instrument: um Systeme, Beziehungen und Erfahrungen zu gestalten – und die Welt darin ein wenig menschlicher zu machen. 2023 wurde ihre Tochter Coco still geboren. Anne fand sich plötzlich in einer der menschlichsten Erfahrungen überhaupt wieder – Tod und Trauer – und zugleich in einer Welt, die im Umgang damit erstaunlich wenig Raum für das Menschliche ließ. Sie richtete ihre Arbeit daraufhin radikal neu aus, wurde Trauerbegleiterin, Death Doula und systemische Coachin und begann, als Ritual- und Abschiedsgestalterin zu arbeiten. Was sie aus zwei Jahrzehnten Designpraxis mitbrachte, bekam dabei einen neuen Kontext. Heute arbeitet Anne an der Schnittstelle von Design, Trauer, Kunst und kollektiver Praxis. Mit dem Casa Coco Grief Collective entwickelt sie Rituale, Workshops und Installationen und untersucht, wie wir die kulturellen und sozialen Räume rund um Tod, Trauer und Erinnerung anders gestalten können. Die Frage dahinter ist im Grunde dieselbe geblieben: Wie gestalten wir eine menschlichere Welt?
BIRGIT MAGER – das ist der Name, an den man denkt, wenn es um Service Design geht. Birgit Mager hat seit 1995 als Professorin das Lehrgebiet für Service Design an der Technischen Hochschule Köln aufgebaut. Ihre Publikationen, Vorträge und Projekte haben maßgeblich zur Etablierung von Service Design als einem anerkannten und erfolgreichen Arbeitsschwerpunkt im Design beigetragen. Zahlreiche Forschungsprojekte, Publikationen, Seminare, Kongresse und Ausstellungen zum Thema Service Design sind entstanden. Als Referentin und Gastprofessorin doziert und lehrt sie an vielen Hochschulen weltweit. Sie ist Gründungsmitglied und Präsidentin des internationalen Service Design Netzwerks sowie Herausgeberin des internationalen Journals for Service Design „Touchpoint“. 2020 wurde ihr der renommierte Sir Misha Black Award für herausragende Leistungen in Lehre und Forschung verliehen. 2025 wurde sie von der Internationalen Society of Service Innovation Professionals mit dem Lifetime Achievement Award ausgezeichnet und sie wurde zum Ehrenmitglied des Deutschen Design Clubs ernannt.
DANIEL PERRAUDIN ist Gründer und Geschäftsführer der Typefoundry Gallery Type. Davor war er Mitgründer und Leiter des Berliner Büros von Capitale Design Studio, einem auf visuelle Systeme in Branding, Editorial und Signaletik spezialisierten Büro mit Sitz in Berlin und Wien. Außerdem war er tätig für KMS Team, büro uebele und Studio Gourdin. Gallery Type versteht sich als Typefoundry von Designern für Designer. Neben der Entwicklung von Retail und Custom Fonts liegt der Fokus daher auch auf einem radikal vereinfachten Lizenzmodell und einem intensiven Austausch und enger Zusammenarbeit mit Branding- und Designagenturen. Daniel hat einen Master (M.A.) in Type & Media von der Royal Academy of Art in Den Haag (Niederlande) sowie ein Diplom der FH Joanneum Graz (Österreich), wo er seit mehr als zehn Jahren Typografie und Schriftgestaltung lehrt. Seine Arbeiten wurden mehrfach international ausgezeichnet, u.a. von: Type Directors Club of New York (2026), European Design Award (2023), Designpreis der Bundesrepublik Deutschland, iF Award, red dot Award, Schönste Bücher Österreichs, etc. (2010–2020)
Konstantin Grcic (*1965) absolvierte zunächst eine Ausbildung zum Möbelschreiner an der John Makepeace School for Craftsmen in Wood und studierte anschließend Design am Royal College of Art in London. Seit der Gründung seines eigenen Studios 1991 entwickelt er Möbel, Produkte und Leuchten für international führende Unternehmen. Heute ist Konstantin Grcic Design in Berlin ansässig und arbeitet in den Bereichen Industrie- und Ausstellungsdesign sowie an Projekten an den Schnittstellen zu Architektur und Mode.
Kaweh Mansoori ist seit Januar 2024 Hessischer Minister für Wirtschaft, Energie, Verkehr, Wohnen und ländlichen Raum sowie Stellvertretender Ministerpräsident des Landes Hessen. Zuvor war der Jurist Mitglied des Deutschen Bundestages und beschäftigte sich insbesondere mit Fragen der Bau-, Wohnungs- und Stadtentwicklung. Seine politische Arbeit verbindet wirtschaftliche Stärke mit gesellschaftlichem Zusammenhalt. Im Mittelpunkt stehen für ihn Innovation, bezahlbares Wohnen, moderne Infrastruktur und die Frage, wie Staat, Wirtschaft und Gesellschaft gemeinsam Zukunft gestalten können. Geboren in Gießen als Sohn iranischer Eltern, prägen ihn bis heute die Erfahrungen von Migration, Aufstieg durch Bildung und das Leben zwischen verschiedenen kulturellen Identitäten.