
Show Notes
Die Batterie ist eine Schlüsselkomponente des Elektrofahrzeugs. Deutschland braucht eine integrierte Zell- und Batteriesystemproduktion. Diese zwei Sätze stammen aus dem Jahr 2010, sie stehen im ersten Zwischenbericht der Nationalen Plattform Elektromobilität, die von der damaligen Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) ins Leben gerufen wurde. Die Erkenntnis ist also nicht neu. Doch mittlerweile ist der Weltmarkt für Batteriezellen fest in chinesischer Hand.
In Deutschland scheiterten die meisten Versuche, eine Produktion aufzubauen. Spektakulär war das Aus für Northvolt im vergangenen Jahr, trotz hoher dreistelliger Millionenförderung. Zwar gibt es in Thüringen eine Fabrik, die Akkus in hohen Stückzahlen produziert. Sie gehört allerdings CATL, einem chinesischen Hersteller, der allein rund 40 Prozent des Weltmarkts bedient. Alle Hoffnung ruht nun auf einem Projekt der Volkswagen-Tochtergesellschaft PowerCo in Salzgitter.
Wie es so weit kommen konnte, und warum wir die Hoffnung auf eine von China unabhängige Industrie trotzdem nicht aufgeben sollten, diskutieren wir in dieser Folge des Podcasts Digitalwirtschaft mit Professor Martin Winter. In der Autoindustrie wird der Elektrochemiker auch als „Batteriepapst“ bezeichnet, er forscht seit 30 Jahren an Akkus und war vom ersten Tag an Mitglied der Nationalen Plattform. Hauptberuflich ist er Wissenschaftlicher Direktor des MEET, des Batterieforschungszentrums der Universität Münster, das er selbst aufgebaut hat.
Die Ursache für den Status quo sieht Winter zu wesentlichen Teilen im Beharrungsvermögen der deutschen Industrie sowie in der Illusion, man könne dauerhaft auf einen fairen Welthandel setzen. „Das haben wir selber zu verantworten“, sagt Winter. Eine profitable Produktion von Batterien setze voraus, dass man hohe Stückzahlen mit geringen Fehlerquoten erreicht. Dies aber sei nur mit entsprechender Erfahrung möglich. Deshalb rät Winter dazu, mit der Produktion so rasch wie möglich anzufangen. „Die Chancen sind da“, man müsse dafür jedoch das System so umbauen, dass weniger Verluste in Bürokratie und Regularien auftreten.
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