
Show Notes
Die Literaturnobelpreisträgerin Elfriede Jelinek feiert am 20. Oktober ihren 80. Geburtstag. In ihrem Hörspiel von 1974 spielt die Österreicherin mit gesellschaftlichen Klischees, die bis heute noch verblüffend aktuell sind. Denn noch immer gilt: «Das Leben ist wie ein Heftli-Roman.»
Wer das Hörspiel am Radio hören will: Freitag, 23.10.2026, 20.00 Uhr, Radio SRF 1
Gabi ist eine Durchschnittsfrau, als solche wird sie zumindest beschrieben. Sie arbeitet als Verkäuferin in einem Warenhaus. Eines Tages begegnet sie dort Markus, ein gestandener Mann, unverheiratet und reich. Was als Romanze beginnt, entwickelt sich zur tragischen Verbindung und nimmt ein jähes Ende.
Mit dem virtuos aus sprachlich-musikalischen Mustern des Trivialgenres komponierten Hörspiel begann vor mehr als 45 Jahren die Laufbahn der österreichischen Schriftstellerin Elfriede Jelinek. Schon ganz zu Beginn ihrer Karriere hat Jelinek Texte für das Medium Radio geschrieben. Und bereits da wurde hörbar, wie die spätere Nobelpreisträgerin mit Stimmen, Gestimmtheiten und Zwischentönen spielt. Das funktioniert sogar auf Berndeutsch wunderbar. ____________________
Mit: Ariane Roggen (Gabi), Peter Arens (Markus), Rosemarie Wolf (Freundin), Susi Aeberhard (Reporterin), Georges Pilloud (Moderator), Richard Matusczyk (Wirt), Attilio Gasparini (Arzt) u.a. ____________________
Berndeutsche Übertragung: Susi Aeberhard – Regie: Amido Hofmann ____________________
Produktion: SRF 1974 ____________________
Dauer: 48’
More from Hörspiel
Eine Tramfahrt durch Zürich, flüchtige Begegnungen und Menschen mit ihren kleinen und grossen Geschichten: Das Hörstück «Die Fragwürdigen» ist eine poetische Collage über den Alltag und die leisen Momente dazwischen.
Ein Sohn befragt seine Herkunft aus dem Zürcher Bürgertum. Er versucht sich einen Reim zu machen auf die Frauen-Figuren, die sein Leben prägten. Kann er sein Coming-of-Mann besser verstehen, wenn er ihre im Kontext von Reichtum, Bildung und Abhängigkeit auffallend ähnlichen Rollenbilder versteht?
Frau Senkelströter hat Prinzipien: Umweltschutz und Achtsamkeit schreibt sie ganz gross. Doch ihre Tochter wohnt ausgerechnet in Amerika – und hat jetzt noch ein Baby bekommen! Im Land der Zusatz- und Konservierungsstoffe, und das noch tausende von Flugmeilen entfernt … Leichtfüssige Dialog-Komödie.
Altes Bürgertum, zerfallende Biografien, heimisches Geld. Eine Old Lady blickt auf ihr Leben im Zürich der Zwischenkriegszeit zurück, als sie mit ihrer Familie in einem Anwesen am See residierte. Andreas Liebmann schuf mit dieser Erzählung eine Vorstufe zu seinem neuen SRF-Hörspiel «Meine Mütter».
Tragikomische Momentaufnahmen einer festgefahrenen Ehe in berndeutscher Mundart. Sie träumt von der grossen Liebe, er ballert sich durch Computerspiele. Sie macht sich Sorgen um die 18-jährige Tochter, er redet mit dem Kanarienvogel. Was sie sich nicht sagen können, wird in witzige Songs verpackt.