
Show Notes
Das erste Dutzend ist komplett. In dieser 12. Episode untersuchen wir Johann Wolfgang von Goethes Verhältnis zu Torf und Kohle als alternative Energieträger im 18. und 19. Jahrhundert als die Industrialisierung volle Fahrt aufnahm, vor allem, nachdem die Dampfmaschine erfunden war. Thomas erklärt Goethes Sammlung der Materialien, die nicht nur sein Interesse an der Natur widerspiegeln, sondern auch den gesellschaftlichen Bedarf während der industriellen Revolution verdeutlichen. Wir beleuchten Goethes Austausch mit Wissenschaftlern wie Johann Georg Lenz aus Jena oder Carl Christoph von Lengefeld sowie die verschiedenen Torfarten, die er sammelte und analysierte. Zudem erörtern wir die Entwicklung und Nutzung von Kohle, die zunehmend wichtiger wurde, je weiter die Industrialisierung voranschritt. Thomas liest ein längeres Zitat von Georg Gottfried Zinke, der eindrücklich das Waldsterben auf den Hügeln seiner Zeit beschreibt und wir lernen, dass man damals den "Holzluxus" kritisierte. Die ökologischen Bedenken der damaligen Zeit bieten zudem Parallelen zu heutigen Diskussionen über nachhaltige Energiequellen. Wir erfahren, schließlich, was Goethe mit dem berühmten Zillbacher Holzprozess zu tun hat. Dies ist die längste Episode bisher, nach der ersten Aufnahme fiel und auf, dass wir was vergessen hatten. Also haben wir uns einfach nochmal getroffen, und das Ganze hinten angehängt. dann war's aber rund.
Hinweis: Im Gespräch gehen wir auf Verkokung ein, um Koks aus Kohle herzustellen. Ich verkürze das dann ziemlich und beschreibe Briketts und Koks für den Haushalt als gepressten Kohlenstaub. Das stimmt zwar, aber der Haushalts-Koks (in Eierform) und die Briketts sind aus dem Nebenprodukt (Grudekoks) verkokter Braunkohle. Koks, der industriell genutzt wird, ist aus Steinkohle und wird hergestellt wie im "Koks"-Artikel der Wikipedia beschrieben. Wikipediabeitrag über die Dampfmaschine Jacob Leupold Thomas Newcomen Geschichte der Lokomotive Carl Christoph von Lengefeld Georg Gottfried Zinke: Naturgeschichte der Schädlichen Nadelholz-Insecten Nebst Anweisung zu Ihrer Vertilgung: Ein Nutzliches Lesebuch für Naturforscher, Forstmänner und Oekonomen Johann Matthäus Bechstein Hans Carl von Carlowitz "Goethes Mitwirkung beim Zillbacher Holzprozeß. Ein Stück aus Goethes amtlicher Tätigkeit 1954" Gagat Torf Kohle Koks Brikett Mit Musik von Stephen The Levite, Mad Keys, Pelican Street, Lake Isabel, Gideon Matthew, Sonant via Audiio. Technik und Produktion: Marcus Anhäuser
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Thomas bei der Klassik Stiftung in Weimar. Marcus bei Riffreporter.
Weitere Podcasts von Marcus Anhäuser: RiffReporter Podcast - tiefer eintauchen in die Themen BücherRausch – der Podcast der Städtischen Bibliotheken Dresden
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In Folge 25 sprechen Marcus und Thomas über Goethe und das Meer. Anlass ist eine Ausgabe der Zeitschrift mare, die sich diesem Thema mit einer Titelgeschichte und einem Interview widmet und auch Objekte aus Goethes naturwissenschaftlicher Sammlung zeigt.
Die 24. Folge des Goethe-Podcasts „Natur und Geist“ widmet sich einem Buch, dass es überraschenderweise bisher nicht gab: Das neue Buch von Thomas Schmuck über Goethes geowissenschaftliche Sammlung mit dem Titel: „Anschauung der Erde. Goethes geowissenschaftliches Arbeiten und Sammeln“. Im Gespräch mit Marcus erklärt Thomas nicht nur den Inhalt des Buches, sondern auch, wie ein solches wissenschaftshistorisches Werk entsteht und warum es so lange gedauert hat, Goethes umfangreiche geowissenschaftliche Sammlung in dieser Form zu untersuchen. Die Sammlung umfasst mehr als 18.000 Objekte und macht den größten Teil von Goethes naturwissenschaftlichen Beständen aus.
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August von Goethe (1789-1830), der einzige überlebende Sohn Johann Wolfgang von Goethes, führte ein Leben im Schatten seines berühmten Vaters. Geboren als uneheliches Kind aus der Beziehung zu Christiane Vulpius, wurde er erst durch die spätere Heirat seiner Eltern 1806 hoffähig. Seine Kindheit war geprägt von der Nähe zur Naturwissenschaft: Bereits mit fünf Jahren begleitete er seinen Vater ins Ilmenauer Bergwerk, sammelte Fossilien und Mineralien und wurde später zu einem wichtigen Helfer Goethes in geowissenschaftlichen Fragen.
In dieser Folge erklärt uns Thomas, was Goethe mit der Entdeckung des Ultraviolett zu tun hat: Am 22. Februar 1801 entdeckte der Pharmazeut Johann Wilhelm Ritter in Jena das ultraviolette Licht - eine unsichtbare Strahlung jenseits des violetten Spektralbereichs. Ritter, ein experimentierfreudiger Forscher, der sich mit Galvanismus, Elektrizität und Optik beschäftigte, nutzte lichtempfindliche Silbersalze (wie Silberchlorid), um die Existenz dieser Strahlung nachzuweisen. Er platzierte diese Substanzen hinter einem Prisma, wo das Sonnenlicht in seine Spektralfarben zerlegt wurde. Während das sichtbare Licht nur eine schwache Schwärzung der Silbersalze verursachte, reagierte der unsichtbare Bereich jenseits des Violetts intensiv - ein Beweis für die Existenz des Ultravioletts. Für Marcus ist Ritter ein weiteres typisches Beispiel für die Wissenschaftler in dieser Zeit als die Geheimnisse der Welt noch ohne große Gerätschaften zu entdecken waren.