
Show Notes
Sachsen-Anhalt 2026: In Umfragen führt die AfD. Nach der Wahl könnte sie an die Macht kommen. Bundestagswahl 2033: Die AfD ist mit Abstand stärkste Kraft. Der Union bleiben kaum noch Optionen, bis sie zermürbt und in der Hoffnung, die AfD werde in Regierungsverantwortung bald scheitern, Alice Weidel zur Bundeskanzlerin wählt. Doch das ist erst der Anfang – der Aufstieg der Rechtsextremisten geht weiter, die Demokratie stirbt Stück für Stück. Ein fiktives Zukunfts-Szenario, das FAZ-Journalist Justus Bender erschreckend realistisch und mit verblüffenden Vergleichen zum Ende der Weimarer Republik in seinem neuen Buch durchspielt. Und das einem vor dem Hintergrund der aktuellen politischen Stimmung den Atem stocken lässt.
Im Gespräch mit Anne Will erklärt Bender, warum alle Rezepte gegen die AfD bisher gescheitert sind und selbst erfolgreiche Realpolitik kaum hilft: Weil die AfD auf einen „ambivalenten Extremismus“ voller Emotionen setzt und sich wie keine andere Partei die Mechanismen der Social-Media-Welt zunutze macht. Doch die AfD lässt sich noch stoppen, sagt Bender. Mit welchen Mitteln? Darum geht es in dieser Folge.
Redaktionsschluss für diese Folge war am Dienstag, den 25. August 2026 um 15 Uhr.
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06.10.2026 Hannover
03.11.2026 Berlin
WICHTIGE QUELLEN:
Justus Bender: “Deutschland 2033 – Ein Szenario”, C.H.Beck Verlag 2026, 284 Seiten, 20 Euro
https://www.chbeck.de/bender-deutschland-2033/product/40847634
Justus Bender: “Was will die AfD?”, Pantheon Verlag, aktualisierte und erweiterte Neuausgabe 2025, 224 Seiten, 20 Euro
https://www.penguin.de/buecher/justus-bender-was-will-die-afd-/paperback/9783570555224
FAZ: AfD-Parteitag – Weidel sollte ihre Partei zur Mäßigung bringen, Kommentar von Justus Bender, 05.07.2026
FAS: Alleinregierung in Magdeburg – Der interne Machtplan der AfD, von Justus Bender und Reinhard Bingener, 15.05.2026
SZ: 100-Tage-Programm: Was die AfD nach einem möglichen Wahlsieg vorhat, von Tim Frehler, 11.07.2026
https://www.sueddeutsche.de/politik/afd-sachsen-anhalt-ulrich-siegmund-li.3513407
Spiegel: Diese Ossis wollen Sünde ohne Reue, Kolumne von Nikolaus Blome, 24.08.2026
SZ: Sachsen-Anhalt – Wie der Bund einer AfD-Regierung Grenzen setzen könnte, von Wolfgang Janisch, 21.08.2026
https://www.sueddeutsche.de/politik/afd-landtagswahl-sachsen-anhalt-grundgesetz-li.3533673
Zeit, Das sind die drei AfD-Wählertypen, von Sasan Abdi-Herrle, 17.08.2026
https://www.zeit.de/politik/deutschland/2026-08/waehlerschaft-afd-typen-forschung-merkmale
Gesellschaft für Freiheitsrechte: Kann man die AfD verbieten? Unser Gutachten erklärt, warum die AfD verfassungswidrig ist
Impressum:
Redaktion: Tobias Jaecker, Leon Ueberall
Executive Producerin: Marie Schiller
Producer: Patrick Zahn, Alex Kraudelt
Sounddesign: Hannes Husten
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Eine Produktion der Will Media GmbH
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Die CDU stecke in der schwersten Krise ihrer Geschichte, sagt Peter Altmaier, der für die CDU unter anderem Wirtschafts- und Kanzleramtsminister war. Seit 50 Jahren ist er Parteimitglied. In dieser Folge blickt Anne Will mit ihm auf die aktuelle Lage der Partei und auf den Zustand der schwarz-roten Koalition. Denn der Rücktritt von Bärbel Bas als Ministerin für Arbeit und Soziales sowie vom SPD-Vorsitz am Montag hat für Unruhe im politischen Berlin gesorgt. Bas begründet ihre Entscheidung mit einem privaten Trauerfall, kritisiert aber auch den Koalitionspartner. Die Union habe “öffentlichen Angriffe” gegen sie in dieser für sie “persönlich schwierigen Zeit weiter forciert”. Es ist ein nächster Schlag für die schwarz-rote Koalition, auch für den Bundeskanzler, für den der Rücktritt zur Unzeit kam: Merz versuchte gerade, seine CDU mit einer Präsidiumsklausur ein Stück weit aus der Krise zu manövrieren. Das Ergebnis blieb hinter den Erwartungen zurück. Die Stromsteuer solle, wie bereits im Koalitionsvertrag versprochen, für alle gesenkt werden, um das Leben bezahlbarer zu machen, versprach Merz. Das kassierte SPD-Finanzminister Klingbeil noch am selben Tag ein - dafür sei kein Geld da.
Anfang der Woche ist Bärbel Bas als Ministerin für Arbeit und Soziales zurückgetreten, auch den SPD-Vorsitz legte sie nieder. Grund dafür seien, neben einem Trauerfall in der Familie, auch Angriffe des Koalitionspartners. Die Union habe diese in der für sie “persönlich schwierigen Zeit weiter forciert”. Führende Stimmen der SPD schließen sich der Kritik an, die Union weist sie zurück. Am selben Tag hat Bundeskanzler Friedrich Merz die Ergebnisse der CDU-Führungsklausur vorgestellt, bei der die Parteiführung nach einem Weg aus ihrer schweren Krise gesucht hat. Die konkreteste Maßnahme, die der Bundeskanzler daraufhin vorgestellt hat: die Senkung der Stromsteuer für alle. Ob das allerdings klappen kann, das stellt SPD-Finanzminister Lars Klingbeil noch am selben Tag in Frage.
Es ist ein Tag, der in die Geschichte eingehen wird: Am 6. Oktober hat der Landtag in Magdeburg mit Tobias Rausch erstmals einen AfD-Politiker zum Parlamentspräsidenten gewählt. Rausch bekam dabei mehr Stimmen als AfD und BSW zusammen haben. Auch der als besonders radikal geltende Hans-Thomas Tillschneider schaffte es als Vizepräsident ins Präsidium. Woher die zusätzlichen Stimmen für Rausch kamen, ist unklar. Klar ist aber: Die angekündigte Enthaltung der CDU-Fraktion hat nicht gehalten, und die Fraktion von Sven Schulze wirkt zerstrittener denn je. Kanzler und CDU-Chef Friedrich Merz äußerte sich erst am Tag danach und brachte gleich eine mögliche „False-Flag“-Operation ins Spiel. Ganz anders Boris Pistorius: Er zog noch am selben Abend mit der SPD-Fraktion auf den Bebelplatz in Berlin und stimmte die Nationalhymne an. Die Union wiederum richtet den Blick augenscheinlich lieber nach Berlin. Dort haben Linke, SPD und Grüne vor ihren Sondierungsgesprächen Regeln für den Umgang mit Antisemitismus in den eigenen Reihen vereinbart.