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(69) Europas Verteidigung. Mit Dr. Jana Puglierin

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Show Notes

Herbst 2029. In der Ukraine herrscht seit drei Jahren Waffenstillstand. In Deutschland gestaltet sich nach der Bundestagswahl die Bildung einer neuen Regierung schwierig. Frankreich ist unter Präsident Jordan Bardella aus der integrierten Kommando-Struktur der NATO ausgetreten. JD Vance ist Präsident der USA und macht deutlich: Europäische Sicherheit ist allein Sache der Europäer. In dieser Situation gibt es während einer Übung auffällige russische Truppenbewegungen, die verstörend wirken. Der Generalinspekteur läutet die Alarmglocken …

Der Atlantic Talk Podcast startet diesmal mit einem fiktiven Worst-Case-Szenario, das Dr. Jana Puglierin für ihr neues Buch „Wer verteidigt Europa?“ entwickelt hat. Die Leiterin des Berliner Büros des European Council on Foreign Relations ist bei Dario Weilandt zu Gast und spricht mit ihm darüber, wie realistisch ein russischer Angriff auf Europa in den nächsten Jahren ist. Immerhin gibt es nachrichtendienstliche Hinweise, dass so ein Angriff vorbereitet wird. Puglierin sagt, es gebe in Europa eine Art Konsens, dass die europäischen Staaten in den nächsten fünf Jahren am verwundbarsten seien.

Sie verweist auf die Fähigkeiten Russlands, den Einfluss von „Gelegenheitsfenstern“ und erläutert die Intentionen Russlands: imperiale Kontrolle, die Umgestaltung der europäischen Sicherheitsordnung mit Rückabwicklung der NATO-Osterweiterung und eine neue Weltordnung mit anderen Regeln. Welche hybriden und militärischen Mittel Russland dafür tatsächlich wählt, das sei nicht so klar.

Unterdessen stellen die USA die Europäer als Konkurrenten dar oder gar als strategische Gegner und unterstützen europäische Rechtsaußen-Parteien. Droht den Europäern eine ideologische Informations-Doppelfront? Welche realistischen Optionen gibt es trotzdem für Europa, die USA langfristig zu binden oder die nötigen Fähigkeiten zu entwickeln, sich eigenständig zu verteidigen?

Im Gespräch über diese Fragen kommen Moderator Dario Weilandt und Jana Puglierin auch auf die Verzahnung von konventioneller (europäischer) und nuklearer (vor allem US-amerikanischer) Abschreckung zu sprechen. Sie sprechen auch darüber, inwieweit mehr europäische taktische Atomwaffen nötig und sinnvoll sind.

Puglierin betont, dass die europäischen Staaten strategische Schlüsselkapazitäten gemeinsam aufbauen sollten, weil solche Kooperationen zu einer langfristigen Bindung zwischen den Staaten führen. Ob die Europäer diese Einigkeit und Eigenständigkeit hinbekommen sei eine Schicksalsfrage. Vorauseilend zu sagen, „wir schaffen es eh nicht“, sei hingegen keine Option.

Buch: Jana Puglierin (2026): Wer verteidigt Europa? Die neuen Kriegsgefahren und was wir tun müssen, um uns zu schützen. Rowohlt, ISBN: 978–3‑498–00799‑7, https://www.rowohlt.de/buch/jana-puglierin-wer-verteidigt-europa-9783498007997

Studie: Greenpeace (2025): Wann ist genug genug? Kräftevergleich NATO – Russland. https://www.greenpeace.de/frieden/kraeftevergleich-nato-russland

Report: University of St. Gallen & Hertie School Centre for International Security (2026): Mind the Deterrence Gap: Assessing Europe’s Nuclear Options, https://securityconference.org/assets/02_Dokumente/01_Publikationen/2026/ENSG/Mind_the_Deterrence_Gap%E2%80%93Report_of_the_ENSG.pdf

Podcast: Machtwechsel: Der Kanzler im Interview (18.02.2026), https://machtwechsel.podigee.io/236-machtwechsel-im-interview-mit-bundeskanzler-friedrich-merz

Podcast: Mark Leonard’s World in 30 Minutes: Munich Security Conference Special with Elbridge Colby (13.02.2026), https://ecfr.eu/podcasts/episode/munich-security-conference-special-with-elbridge-colby/

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