
Show Notes
“Es ist nicht unser Krieg”, das sagte Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius mit Blick auf den Krieg, den die USA und Israel gegen den Iran begonnen haben. Aber durch die globalen Auswirkungen dieses Krieges, vor allem durch die gestiegenen Öl- und Gaspreise, ist er schon längst auch unser Problem - und die Folgen dieses Krieges werden für die EU auch nach einem möglichen Frieden noch lange spürbar sein. Der Militärhistoriker Sönke Neitzel sagte dazu schon vor ein paar Wochen: “Wir sitzen auf den Zuschauerrängen, ob wir das wollen oder nicht.” Er sieht uns als militärisch machtlos und betont: Diese Schwäche der EU im Bereich Verteidigung beeinträchtige auch ihre diplomatische Verhandlungssituation massiv.
Bleibt die EU Kriegszuschauerin? Darüber sprechen Anne Will und Sönke Neitzel in dieser Folge. Es geht darum, weshalb die EU militärisch heute so sehr auf die USA angewiesen ist, aber auch um die Frage, ob die USA umgekehrt nicht auch die EU brauchen. Sönke Neitzel bemängelt das Fehlen eines verteidigungspolitischen Masterplans der EU. Trotzdem konstatiert er: Was einen möglichen russischen Angriff auf ein EU-Land angeht, macht er sich weniger Sorgen als noch im letzten Jahr.
Außerdem blicken Anne Will und Sönke Neitzel auf die ersten deutsch-ukrainischen Regierungskonsultationen seit mehr als 20 Jahren, die diese Woche in Berlin stattgefunden haben. Beschlossen wurde dabei eine “strategische Partnerschaft”. Auch die gemeinsame Waffenproduktion soll ausgebaut werden. Ob das jetzt ein Durchbruch ist, auch das hat Anne Will Sönke Neitzel gefragt.
Redaktionsschluss für diese Folge war Dienstag, der 14.04.2026 um 19:00 Uhr.
DEN PODCAST WERBEFREI HÖREN
Werde Mitglied bei Politik mit Anne Will und zahle 4,99 Euro im Monat und höre den Podcast dafür komplett werbefrei und in der Podcast-App deiner Wahl.
Alle Infos unter: https://will-media.de/mitglied-werden/#mitglied-werden
WERBUNG UND RABATTE:
https://linktr.ee/werbungannewill
Sie möchten Werbung in unserem Podcast schalten? Dann schreiben Sie eine Mail an: [email protected]
Politik mit Anne Will geht auf Live-Tour - jetzt Tickets sichern:
https://tix.to/politik-mit-anne-will-podcast-live-2026
06.05.26 Stuttgart
17.06.26 München
06.10.26 Hannover
03.11.26 Berlin
WICHTIGE QUELLEN:
FAZ: Neitzel auf F.A.Z.-Kongress: „Die Welt, wie wir sie kannten, ist zu Ende“, 27.03.2026
Spiegel: Verhandlungen in Pakistan: JD Vance spricht von »echten Fortschritten«, Iran von übertriebenen US-Forderungen, 14.04.2026 https://www.spiegel.de/ausland/iran-krieg-jd-vance-spricht-von-echten-fortschritten-teheran-von-uebertriebenen-us-forderungen-a-a51c076f-0c40-4fa8-b28d-8a6a6e3d83a4
Spiegel: Wut auf baltische Staaten: Schafft sich Russland hier ein Einfallstor im Osten der EU?, 11.04.2026 https://www.spiegel.de/ausland/ukraine-krieg-wut-auf-baltische-staaten-schafft-sich-russland-hier-ein-einfallstor-im-osten-der-eu-a-231eef7b-1f0d-40f2-9bea-14a510478b27
Süddeutsche Zeitung: Neitzel: „Die nächsten drei Jahre sind die gefährlichsten“, 25.07.2025 https://www.sueddeutsche.de/kultur/pistorius-bundeswehr-putin-soenke-neitzel-interview-gefahr-krieg-li.3281016
Zeit: Merz und Selenskyj verkünden "strategische Partnerschaft", 14.04.2026 https://www.zeit.de/politik/ausland/2026-04/friedrich-merz-wolodymyr-selenskyj-regierungskonsultationen-berlin-ukraine-hilfe-eu
Zeit: Meerenge schlägt Atombombe, 12.04.2026 https://www.zeit.de/politik/ausland/2026-04/iran-verhandlungen-abbruch-usa-strasse-von-hormus/komplettansicht
Impressum:
Redaktion: Gina Enslin, Felix Schlagwein
Executive Producerin: Marie Schiller
Producer: Alex Kraudelt, Patrick Zahn
Sounddesign: Hannes Husten
Cover-Foto: Laurence Chaperon
Wenn ihr Werbung schalten wollt, wendet euch gerne an die Mit Vergnügen GmbH
Eine Produktion der Wil
More from Politik mit Anne Will
Best-of: Zwischen Angst, Wut und Hoffnung – Was Politik mit uns macht
Wie stabil ist unsere Demokratie? Was passiert, wenn das Vertrauen in Politik und Institutionen schwindet? Und welche Rolle spielt unsere Angst vor der Zukunft?
Die CDU stecke in der schwersten Krise ihrer Geschichte, sagt Peter Altmaier, der für die CDU unter anderem Wirtschafts- und Kanzleramtsminister war. Seit 50 Jahren ist er Parteimitglied. In dieser Folge blickt Anne Will mit ihm auf die aktuelle Lage der Partei und auf den Zustand der schwarz-roten Koalition. Denn der Rücktritt von Bärbel Bas als Ministerin für Arbeit und Soziales sowie vom SPD-Vorsitz am Montag hat für Unruhe im politischen Berlin gesorgt. Bas begründet ihre Entscheidung mit einem privaten Trauerfall, kritisiert aber auch den Koalitionspartner. Die Union habe “öffentlichen Angriffe” gegen sie in dieser für sie “persönlich schwierigen Zeit weiter forciert”. Es ist ein nächster Schlag für die schwarz-rote Koalition, auch für den Bundeskanzler, für den der Rücktritt zur Unzeit kam: Merz versuchte gerade, seine CDU mit einer Präsidiumsklausur ein Stück weit aus der Krise zu manövrieren. Das Ergebnis blieb hinter den Erwartungen zurück. Die Stromsteuer solle, wie bereits im Koalitionsvertrag versprochen, für alle gesenkt werden, um das Leben bezahlbarer zu machen, versprach Merz. Das kassierte SPD-Finanzminister Klingbeil noch am selben Tag ein - dafür sei kein Geld da.
Anfang der Woche ist Bärbel Bas als Ministerin für Arbeit und Soziales zurückgetreten, auch den SPD-Vorsitz legte sie nieder. Grund dafür seien, neben einem Trauerfall in der Familie, auch Angriffe des Koalitionspartners. Die Union habe diese in der für sie “persönlich schwierigen Zeit weiter forciert”. Führende Stimmen der SPD schließen sich der Kritik an, die Union weist sie zurück. Am selben Tag hat Bundeskanzler Friedrich Merz die Ergebnisse der CDU-Führungsklausur vorgestellt, bei der die Parteiführung nach einem Weg aus ihrer schweren Krise gesucht hat. Die konkreteste Maßnahme, die der Bundeskanzler daraufhin vorgestellt hat: die Senkung der Stromsteuer für alle. Ob das allerdings klappen kann, das stellt SPD-Finanzminister Lars Klingbeil noch am selben Tag in Frage.
Es ist ein Tag, der in die Geschichte eingehen wird: Am 6. Oktober hat der Landtag in Magdeburg mit Tobias Rausch erstmals einen AfD-Politiker zum Parlamentspräsidenten gewählt. Rausch bekam dabei mehr Stimmen als AfD und BSW zusammen haben. Auch der als besonders radikal geltende Hans-Thomas Tillschneider schaffte es als Vizepräsident ins Präsidium. Woher die zusätzlichen Stimmen für Rausch kamen, ist unklar. Klar ist aber: Die angekündigte Enthaltung der CDU-Fraktion hat nicht gehalten, und die Fraktion von Sven Schulze wirkt zerstrittener denn je. Kanzler und CDU-Chef Friedrich Merz äußerte sich erst am Tag danach und brachte gleich eine mögliche „False-Flag“-Operation ins Spiel. Ganz anders Boris Pistorius: Er zog noch am selben Abend mit der SPD-Fraktion auf den Bebelplatz in Berlin und stimmte die Nationalhymne an. Die Union wiederum richtet den Blick augenscheinlich lieber nach Berlin. Dort haben Linke, SPD und Grüne vor ihren Sondierungsgesprächen Regeln für den Umgang mit Antisemitismus in den eigenen Reihen vereinbart.