
Show Notes
Mit gleich drei Gesetzentwürfen möchte Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche die Energiewende weiterführen – oder, wie Kritiker:innen sagen, sie verschleppen. Einige werfen ihr sogar vor, vor allem der Gasindustrie zuzuarbeiten. Das Manager Magazin bezeichnet Reiche als „Die Fossile“. Zuletzt sorgte ein Spiegel-Bericht für Aufsehen, demzufolge das Wirtschaftsministerium bei einem Energiekonzern nach Argumenten für neue Gaskraftwerke gefragt hat. Reiche argumentiert, dass die hohen Stromkosten endlich sinken müssten. Sie packe das jetzt an. Dabei machen sich in Zeiten neuer globaler Konflikte und der Energiekrise gerade viele Länder auf einen ganz anderen Weg: Sie investieren massiv in Solar- und Windkraftanlagen, auch in neue Speicher-Technologien – und bekommen sinkende Strompreise und mehr Energie-Unabhängigkeit.
Was will Katherina Reiche wirklich, was bewirken ihre Pläne – und wie würde wieder mehr Schwung in die Energiewende auch in Deutschland kommen? Darüber spricht Anne Will mit Petra Pinzler, Hauptstadt-Korrespondentin der Zeit, die sich seit Jahren intensiv mit Energiepolitik und Klimaschutz auseinandersetzt. Pinzler erklärt, warum die hohen Strompreise nur indirekt etwas mit den Erneuerbaren Energien zu tun haben, warum sie Reiches Politik für fatal hält – und warum wir auf der Suche nach Vorbildern lieber nach Spanien, Ungarn oder Kalifornien schauen sollten.
Redaktionsschluss für diese Folge war am 28.04.2026 um 16 Uhr
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WICHTIGE QUELLEN:
Die Zeit: Gegen den Strom, Kolumne von Petra Pinzler, 27.04.2026
WirtschaftsWoche: Neue Kraftwerke, keine Technologieoffenheit – muss es so viel Gas sein?, 24.04.2026
Manager Magazin: Katherina Reiche: Wie sie Energiekonzerne von RWE bis Vattenfall verärgert, 23.04.2026
Der Tagesspiegel: Machen Reiches Pläne die Energiewende billiger – oder bremsen sie sie aus?, 23.04.2026
Der Spiegel: Reiche-Ministerium bat Gaslobby um Argumente für Gaskraftwerke, 15.04.2026
Der Spiegel: Machtkampf in der Energiekrise, 13.04.2026
Impressum:
Redaktion: Tobias Jaecker, Leon Ueberall
Executive Producerin: Marie Schiller
Producer: Lukas Hambach, Patrick Zahn
Sounddesign: Hannes Husten
Cover-Foto: Laurence Chaperon
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Wie stabil ist unsere Demokratie? Was passiert, wenn das Vertrauen in Politik und Institutionen schwindet? Und welche Rolle spielt unsere Angst vor der Zukunft?
Die CDU stecke in der schwersten Krise ihrer Geschichte, sagt Peter Altmaier, der für die CDU unter anderem Wirtschafts- und Kanzleramtsminister war. Seit 50 Jahren ist er Parteimitglied. In dieser Folge blickt Anne Will mit ihm auf die aktuelle Lage der Partei und auf den Zustand der schwarz-roten Koalition. Denn der Rücktritt von Bärbel Bas als Ministerin für Arbeit und Soziales sowie vom SPD-Vorsitz am Montag hat für Unruhe im politischen Berlin gesorgt. Bas begründet ihre Entscheidung mit einem privaten Trauerfall, kritisiert aber auch den Koalitionspartner. Die Union habe “öffentlichen Angriffe” gegen sie in dieser für sie “persönlich schwierigen Zeit weiter forciert”. Es ist ein nächster Schlag für die schwarz-rote Koalition, auch für den Bundeskanzler, für den der Rücktritt zur Unzeit kam: Merz versuchte gerade, seine CDU mit einer Präsidiumsklausur ein Stück weit aus der Krise zu manövrieren. Das Ergebnis blieb hinter den Erwartungen zurück. Die Stromsteuer solle, wie bereits im Koalitionsvertrag versprochen, für alle gesenkt werden, um das Leben bezahlbarer zu machen, versprach Merz. Das kassierte SPD-Finanzminister Klingbeil noch am selben Tag ein - dafür sei kein Geld da.
Anfang der Woche ist Bärbel Bas als Ministerin für Arbeit und Soziales zurückgetreten, auch den SPD-Vorsitz legte sie nieder. Grund dafür seien, neben einem Trauerfall in der Familie, auch Angriffe des Koalitionspartners. Die Union habe diese in der für sie “persönlich schwierigen Zeit weiter forciert”. Führende Stimmen der SPD schließen sich der Kritik an, die Union weist sie zurück. Am selben Tag hat Bundeskanzler Friedrich Merz die Ergebnisse der CDU-Führungsklausur vorgestellt, bei der die Parteiführung nach einem Weg aus ihrer schweren Krise gesucht hat. Die konkreteste Maßnahme, die der Bundeskanzler daraufhin vorgestellt hat: die Senkung der Stromsteuer für alle. Ob das allerdings klappen kann, das stellt SPD-Finanzminister Lars Klingbeil noch am selben Tag in Frage.
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Es ist eine historische Zäsur: In Sachsen-Anhalt gibt es den ersten Landtagspräsidenten einer rechtsextremen Partei. Darüber hinaus hofft AfD-Mann Ulrich Siegmund, bald zum Ministerpräsidenten gewählt zu werden. Dass es so weit kommen konnte, dazu haben auch der Einsatz und die Macht von Social Media beigetragen. AfD & Co. besetzten diesen Kommunikationsraum schon früh und nutzten ihn höchst effektiv. Zu Gute kommt ihnen dabei die algorithmische Verstärkung von Empörung, Krawall und Hass. Und die demokratischen Parteien? Sehen alt aus.