
Stürzt der Irankrieg die deutsche Wirtschaft tiefer in die Krise? Mit Moritz Schularick
Politik mit Anne WillShow Notes
Preis-Schock. Tankstellen-Schock. Öl-Schock. Schnell kreisten die Schlagzeilen zum Iran-Krieg um die Folgen für die deutschen Verbraucher. Doch was für Auswirkungen könnte dieser Krieg langfristig und strukturell für die deutsche Wirtschaft haben? In einer Zeit, in der Ökonomen und die Bundesregierung nach zwei Jahren Rezession eigentlich wieder zartes Wachstum erwartet haben?
Mit dem Präsidenten des Kiel Instituts für Weltwirtschaft, Moritz Schularick analysiert Anne Will in dieser Folge, welche strukturellen Probleme der deutschen Wirtschaft dieser Krieg offenlegt. Schularick beschreibt außerdem, wie der Kampf mit Billigdrohnen die konventionelle Kriegsführung auch unter ökonomischen Gesichtspunkten verändert. Und er hält einen flammenden Appell für mehr Mut und Optimismus in der europäischen Wirtschaftspolitik.
Redaktionsschluss für diese Folge war Dienstag, der 10.03.2026 um 12 Uhr.
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WICHTIGE QUELLEN:
Handelsblatt: Fünf Eingriffsmöglichkeiten gegen hohe Spritpreise, 10.03.2026
Handelsblatt: Trump hält ein Zündholz an die weltweiten Energiemärkte, 09.03.2026
Deutsche Welle: Preisschock - der Irakkrieg belastet Deutschlands Wirtschaft, 06.03.2026 https://www.dw.com/de/preisschock-der-irankrieg-belastet-deutschlands-wirtschaft/a-76248840
Tagesschau: Kommt jetzt der Frühling der rollenden Bagger?, 02.03.2026
The White House: President Trump Holds a Press Conference, 09.03.2026
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EMPFEHLUNG:
“Versteht Trump was von Wirtschaft?” Mit Moritz Schularick
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Redaktion: Sven Knobloch, Freya Reiß
Executive Producerin: Marie Schiller
Producer: Alex Kraudelt, Patrick Zahn
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Wie stabil ist unsere Demokratie? Was passiert, wenn das Vertrauen in Politik und Institutionen schwindet? Und welche Rolle spielt unsere Angst vor der Zukunft?
Die CDU stecke in der schwersten Krise ihrer Geschichte, sagt Peter Altmaier, der für die CDU unter anderem Wirtschafts- und Kanzleramtsminister war. Seit 50 Jahren ist er Parteimitglied. In dieser Folge blickt Anne Will mit ihm auf die aktuelle Lage der Partei und auf den Zustand der schwarz-roten Koalition. Denn der Rücktritt von Bärbel Bas als Ministerin für Arbeit und Soziales sowie vom SPD-Vorsitz am Montag hat für Unruhe im politischen Berlin gesorgt. Bas begründet ihre Entscheidung mit einem privaten Trauerfall, kritisiert aber auch den Koalitionspartner. Die Union habe “öffentlichen Angriffe” gegen sie in dieser für sie “persönlich schwierigen Zeit weiter forciert”. Es ist ein nächster Schlag für die schwarz-rote Koalition, auch für den Bundeskanzler, für den der Rücktritt zur Unzeit kam: Merz versuchte gerade, seine CDU mit einer Präsidiumsklausur ein Stück weit aus der Krise zu manövrieren. Das Ergebnis blieb hinter den Erwartungen zurück. Die Stromsteuer solle, wie bereits im Koalitionsvertrag versprochen, für alle gesenkt werden, um das Leben bezahlbarer zu machen, versprach Merz. Das kassierte SPD-Finanzminister Klingbeil noch am selben Tag ein - dafür sei kein Geld da.
Anfang der Woche ist Bärbel Bas als Ministerin für Arbeit und Soziales zurückgetreten, auch den SPD-Vorsitz legte sie nieder. Grund dafür seien, neben einem Trauerfall in der Familie, auch Angriffe des Koalitionspartners. Die Union habe diese in der für sie “persönlich schwierigen Zeit weiter forciert”. Führende Stimmen der SPD schließen sich der Kritik an, die Union weist sie zurück. Am selben Tag hat Bundeskanzler Friedrich Merz die Ergebnisse der CDU-Führungsklausur vorgestellt, bei der die Parteiführung nach einem Weg aus ihrer schweren Krise gesucht hat. Die konkreteste Maßnahme, die der Bundeskanzler daraufhin vorgestellt hat: die Senkung der Stromsteuer für alle. Ob das allerdings klappen kann, das stellt SPD-Finanzminister Lars Klingbeil noch am selben Tag in Frage.
Es ist ein Tag, der in die Geschichte eingehen wird: Am 6. Oktober hat der Landtag in Magdeburg mit Tobias Rausch erstmals einen AfD-Politiker zum Parlamentspräsidenten gewählt. Rausch bekam dabei mehr Stimmen als AfD und BSW zusammen haben. Auch der als besonders radikal geltende Hans-Thomas Tillschneider schaffte es als Vizepräsident ins Präsidium. Woher die zusätzlichen Stimmen für Rausch kamen, ist unklar. Klar ist aber: Die angekündigte Enthaltung der CDU-Fraktion hat nicht gehalten, und die Fraktion von Sven Schulze wirkt zerstrittener denn je. Kanzler und CDU-Chef Friedrich Merz äußerte sich erst am Tag danach und brachte gleich eine mögliche „False-Flag“-Operation ins Spiel. Ganz anders Boris Pistorius: Er zog noch am selben Abend mit der SPD-Fraktion auf den Bebelplatz in Berlin und stimmte die Nationalhymne an. Die Union wiederum richtet den Blick augenscheinlich lieber nach Berlin. Dort haben Linke, SPD und Grüne vor ihren Sondierungsgesprächen Regeln für den Umgang mit Antisemitismus in den eigenen Reihen vereinbart.
Es ist eine historische Zäsur: In Sachsen-Anhalt gibt es den ersten Landtagspräsidenten einer rechtsextremen Partei. Darüber hinaus hofft AfD-Mann Ulrich Siegmund, bald zum Ministerpräsidenten gewählt zu werden. Dass es so weit kommen konnte, dazu haben auch der Einsatz und die Macht von Social Media beigetragen. AfD & Co. besetzten diesen Kommunikationsraum schon früh und nutzten ihn höchst effektiv. Zu Gute kommt ihnen dabei die algorithmische Verstärkung von Empörung, Krawall und Hass. Und die demokratischen Parteien? Sehen alt aus.