
Show Notes
Mehr als sechs Millionen Menschen in Deutschland sind pflegebedürftig. Der Großteil ist über 75 Jahre alt, aber auch Kinder und Jugendliche beziehen Leistungen aus der gesetzlichen Pflegeversicherung. Die Pflege ist ein Thema, über das viele nur ungern nachdenken. Wie es wohl ist, die eigenen Eltern zu pflegen oder selbst im Pflegebett zu liegen? Fragen, die man gerne ausblendet. Und es gibt noch ein ganz anderes Problem: Die Finanznot der Pflegeversicherung wird immer größer, da immer mehr Menschen Leistungen beziehen. Durch die alternde Gesellschaft wird sich dieser Trend weiter verstärken. Gleichzeitig werden in den nächsten Jahren deutlich mehr Pflegekräfte in Rente gehen, als neue nachkommen.
Gesundheitsministerin Nina Warken (CDU) möchte jetzt zumindest das Geldproblem mit einer Reform angehen. Für die Ideen, die bisher schon bekannt wurden, bekam sie viel Kritik, aber auch Zuspruch, unter anderem von den Wirtschaftsweisen. Anne Will spricht in dieser Folge mit Christine Vogler über mögliche Auswege. Die Präsidentin des Deutschen Pflegerats hat selbst lange als Pflegerin gearbeitet und leitet die größte Ausbildungsstätte für Gesundheitsberufe in Deutschland. Anne Will fragt sie, warum sie der Meinung ist, dass die Reform an der falschen Stelle ansetzt, welche alternativen Lösungen es gibt und wie eine optimale Pflege aussehen müsste, die den einzelnen Menschen in den Mittelpunkt stellt.
Redaktionsschluss für diese Folge war am 28.05.2026 um 18 Uhr.
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WICHTIGE QUELLEN:
Deutschlandfunk: Wie kann Deutschland Pflegebedürftige auch 2040 gut versorgen?, 21.05.2025
https://www.deutschlandfunk.de/pflege-fachkraeftemangel-zukunftsaussichten-100.html
Der Spiegel: Was auf Pflegebedürftige, Angehörige und Beitragszahler zukommen könnte, 26.05.2026
RND: Warken will Kinderlose künftig stärker zur Kasse bitten, 26.05.2026
Sachverständigenrat Wirtschaft: Frühjahrsgutachten 2026, 27.05.202
Die Zeit: Gute Pflege? Wäre möglich!, 09.12.2026
Impressum:
Redaktion: Tobias Jaecker, Leon Ueberall
Executive Producerin: Marie Schiller
Producer: Maximilian Frisch, Lukas Hambach
Sounddesign: Hannes Husten
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Die CDU stecke in der schwersten Krise ihrer Geschichte, sagt Peter Altmaier, der für die CDU unter anderem Wirtschafts- und Kanzleramtsminister war. Seit 50 Jahren ist er Parteimitglied. In dieser Folge blickt Anne Will mit ihm auf die aktuelle Lage der Partei und auf den Zustand der schwarz-roten Koalition. Denn der Rücktritt von Bärbel Bas als Ministerin für Arbeit und Soziales sowie vom SPD-Vorsitz am Montag hat für Unruhe im politischen Berlin gesorgt. Bas begründet ihre Entscheidung mit einem privaten Trauerfall, kritisiert aber auch den Koalitionspartner. Die Union habe “öffentlichen Angriffe” gegen sie in dieser für sie “persönlich schwierigen Zeit weiter forciert”. Es ist ein nächster Schlag für die schwarz-rote Koalition, auch für den Bundeskanzler, für den der Rücktritt zur Unzeit kam: Merz versuchte gerade, seine CDU mit einer Präsidiumsklausur ein Stück weit aus der Krise zu manövrieren. Das Ergebnis blieb hinter den Erwartungen zurück. Die Stromsteuer solle, wie bereits im Koalitionsvertrag versprochen, für alle gesenkt werden, um das Leben bezahlbarer zu machen, versprach Merz. Das kassierte SPD-Finanzminister Klingbeil noch am selben Tag ein - dafür sei kein Geld da.
Anfang der Woche ist Bärbel Bas als Ministerin für Arbeit und Soziales zurückgetreten, auch den SPD-Vorsitz legte sie nieder. Grund dafür seien, neben einem Trauerfall in der Familie, auch Angriffe des Koalitionspartners. Die Union habe diese in der für sie “persönlich schwierigen Zeit weiter forciert”. Führende Stimmen der SPD schließen sich der Kritik an, die Union weist sie zurück. Am selben Tag hat Bundeskanzler Friedrich Merz die Ergebnisse der CDU-Führungsklausur vorgestellt, bei der die Parteiführung nach einem Weg aus ihrer schweren Krise gesucht hat. Die konkreteste Maßnahme, die der Bundeskanzler daraufhin vorgestellt hat: die Senkung der Stromsteuer für alle. Ob das allerdings klappen kann, das stellt SPD-Finanzminister Lars Klingbeil noch am selben Tag in Frage.
Es ist ein Tag, der in die Geschichte eingehen wird: Am 6. Oktober hat der Landtag in Magdeburg mit Tobias Rausch erstmals einen AfD-Politiker zum Parlamentspräsidenten gewählt. Rausch bekam dabei mehr Stimmen als AfD und BSW zusammen haben. Auch der als besonders radikal geltende Hans-Thomas Tillschneider schaffte es als Vizepräsident ins Präsidium. Woher die zusätzlichen Stimmen für Rausch kamen, ist unklar. Klar ist aber: Die angekündigte Enthaltung der CDU-Fraktion hat nicht gehalten, und die Fraktion von Sven Schulze wirkt zerstrittener denn je. Kanzler und CDU-Chef Friedrich Merz äußerte sich erst am Tag danach und brachte gleich eine mögliche „False-Flag“-Operation ins Spiel. Ganz anders Boris Pistorius: Er zog noch am selben Abend mit der SPD-Fraktion auf den Bebelplatz in Berlin und stimmte die Nationalhymne an. Die Union wiederum richtet den Blick augenscheinlich lieber nach Berlin. Dort haben Linke, SPD und Grüne vor ihren Sondierungsgesprächen Regeln für den Umgang mit Antisemitismus in den eigenen Reihen vereinbart.
Es ist eine historische Zäsur: In Sachsen-Anhalt gibt es den ersten Landtagspräsidenten einer rechtsextremen Partei. Darüber hinaus hofft AfD-Mann Ulrich Siegmund, bald zum Ministerpräsidenten gewählt zu werden. Dass es so weit kommen konnte, dazu haben auch der Einsatz und die Macht von Social Media beigetragen. AfD & Co. besetzten diesen Kommunikationsraum schon früh und nutzten ihn höchst effektiv. Zu Gute kommt ihnen dabei die algorithmische Verstärkung von Empörung, Krawall und Hass. Und die demokratischen Parteien? Sehen alt aus.