
Show Notes
Das Jahr 2026 ist ein sogenanntes Superwahljahr. Fünf Landtagswahlen stehen auf dem Programm. Es sei sehr entscheidend, wie die Parteien in dieses Wahljahr starten, meint Albrecht von Lucke. Misslingt der Start, könnte das für die Parteien einen Dominoeffekt auslösen. Gelungen ist der Start für die Grünen. Cem Özdemir hat die Landtagswahl in Baden-Württemberg gewonnen. Gemessen an den Umfragen aus dem zurückliegenden Jahr ist ihm eine erstaunliche Aufholjagd gelungen.
Nicht gelungen ist der Start für CDU und SPD. Die CDU wollte stärkste Kraft werden, ihre Hochburg zurückerobern. Stattdessen sind sie trotz Zuwächsen knapp hinter den Grünen ins Ziel gekommen, versuchen das noch in ein “Patt” umzudeuten und sogar eine Lifestyle-Teilzeit-Amtszeit des Ministerpräsidenten ins Spiel zu bringen. Und die SPD fährt ihr schlechtestes Ergebnis bei einer Landtagswahl seit 1945 ein. Was können CDU und SPD von Cem Özdemir lernen? Darüber spricht Anne Will in dieser Folge mit Albrecht von Lucke.
Hinweis der Redaktion:
Albrecht von Lucke spricht in dieser Folge davon, Cem Özdemir habe "die Vorsitzende der Grünen Jugend auf einen klugen Platz platziert in Baden-Württemberg." Gemeint ist Clara Schweizer, die allerdings nicht Vorsitzende der Grünen Jugend in Baden-Württemberg ist, sondern deren Spitzenkandidatin für die Landtagswahl war. Die Frau von Winfried Kretschmann heißt außerdem Gerlinde, nicht wie fälschlicherweise gesagt Gertrude.
Redaktionsschluss für diese Folge war Dienstag, der 11.03.2026 um 16:30 Uhr.
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WICHTIGE QUELLEN:
Tagesschau: Was waren die Hauptgründe für das Wahlergebnis? 08.03.2026
https://www.tagesschau.de/wahl/archiv/2026-03-08-LT-DE-BW/umfrage-aktuellethemen.shtml
ZDF: Landtagswahl in Baden-Württemberg, 08.03.2026
https://www.youtube.com/watch?v=ODF3vv76GPo
Blätter für deutsche und internationale Politik: Der Start entscheidet, 3/2026
https://www.blaetter.de/ausgabe/2026/maerz/wahljahr-2026-der-start-entscheidet
Die Zeit: Schwarze Snowflakes, 09.03.2026
https://www.zeit.de/politik/deutschland/2026-03/cdu-baden-wuerttemberg-landtagswahl-gruene
Spiegel Online: Warum die SPD jetzt dringend auf ihre Ex-Wähler hören muss, 10.03.2026
ZEIT online: Die Wahl verloren? Wir?!, 09.03.2026
09.03.2026www.zeit.de/politik/deutschland/2026-03/cdu-landtagswahl-baden-wuerttemberg-wahlergebnisse-manuel-hagel
Süddeutsche Zeitung, Frisch verloren ist halb gewonnen, 09.03.2026 https://www.sueddeutsche.de/politik/cdu-landtagswahl-baden-wuerttemberg-wahlergebnis-hagel-oezdemir-li.3449578?reduced=true
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“Heizungsgesetz” weg, Klimaschutz egal? Mit Ann-Kathrin Büüsker
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Redaktion: Sven Knobloch, Freya Reiß
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Producer: Alex Kraudelt, Patrick Zahn
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Die CDU stecke in der schwersten Krise ihrer Geschichte, sagt Peter Altmaier, der für die CDU unter anderem Wirtschafts- und Kanzleramtsminister war. Seit 50 Jahren ist er Parteimitglied. In dieser Folge blickt Anne Will mit ihm auf die aktuelle Lage der Partei und auf den Zustand der schwarz-roten Koalition. Denn der Rücktritt von Bärbel Bas als Ministerin für Arbeit und Soziales sowie vom SPD-Vorsitz am Montag hat für Unruhe im politischen Berlin gesorgt. Bas begründet ihre Entscheidung mit einem privaten Trauerfall, kritisiert aber auch den Koalitionspartner. Die Union habe “öffentlichen Angriffe” gegen sie in dieser für sie “persönlich schwierigen Zeit weiter forciert”. Es ist ein nächster Schlag für die schwarz-rote Koalition, auch für den Bundeskanzler, für den der Rücktritt zur Unzeit kam: Merz versuchte gerade, seine CDU mit einer Präsidiumsklausur ein Stück weit aus der Krise zu manövrieren. Das Ergebnis blieb hinter den Erwartungen zurück. Die Stromsteuer solle, wie bereits im Koalitionsvertrag versprochen, für alle gesenkt werden, um das Leben bezahlbarer zu machen, versprach Merz. Das kassierte SPD-Finanzminister Klingbeil noch am selben Tag ein - dafür sei kein Geld da.
Anfang der Woche ist Bärbel Bas als Ministerin für Arbeit und Soziales zurückgetreten, auch den SPD-Vorsitz legte sie nieder. Grund dafür seien, neben einem Trauerfall in der Familie, auch Angriffe des Koalitionspartners. Die Union habe diese in der für sie “persönlich schwierigen Zeit weiter forciert”. Führende Stimmen der SPD schließen sich der Kritik an, die Union weist sie zurück. Am selben Tag hat Bundeskanzler Friedrich Merz die Ergebnisse der CDU-Führungsklausur vorgestellt, bei der die Parteiführung nach einem Weg aus ihrer schweren Krise gesucht hat. Die konkreteste Maßnahme, die der Bundeskanzler daraufhin vorgestellt hat: die Senkung der Stromsteuer für alle. Ob das allerdings klappen kann, das stellt SPD-Finanzminister Lars Klingbeil noch am selben Tag in Frage.
Es ist ein Tag, der in die Geschichte eingehen wird: Am 6. Oktober hat der Landtag in Magdeburg mit Tobias Rausch erstmals einen AfD-Politiker zum Parlamentspräsidenten gewählt. Rausch bekam dabei mehr Stimmen als AfD und BSW zusammen haben. Auch der als besonders radikal geltende Hans-Thomas Tillschneider schaffte es als Vizepräsident ins Präsidium. Woher die zusätzlichen Stimmen für Rausch kamen, ist unklar. Klar ist aber: Die angekündigte Enthaltung der CDU-Fraktion hat nicht gehalten, und die Fraktion von Sven Schulze wirkt zerstrittener denn je. Kanzler und CDU-Chef Friedrich Merz äußerte sich erst am Tag danach und brachte gleich eine mögliche „False-Flag“-Operation ins Spiel. Ganz anders Boris Pistorius: Er zog noch am selben Abend mit der SPD-Fraktion auf den Bebelplatz in Berlin und stimmte die Nationalhymne an. Die Union wiederum richtet den Blick augenscheinlich lieber nach Berlin. Dort haben Linke, SPD und Grüne vor ihren Sondierungsgesprächen Regeln für den Umgang mit Antisemitismus in den eigenen Reihen vereinbart.
Es ist eine historische Zäsur: In Sachsen-Anhalt gibt es den ersten Landtagspräsidenten einer rechtsextremen Partei. Darüber hinaus hofft AfD-Mann Ulrich Siegmund, bald zum Ministerpräsidenten gewählt zu werden. Dass es so weit kommen konnte, dazu haben auch der Einsatz und die Macht von Social Media beigetragen. AfD & Co. besetzten diesen Kommunikationsraum schon früh und nutzten ihn höchst effektiv. Zu Gute kommt ihnen dabei die algorithmische Verstärkung von Empörung, Krawall und Hass. Und die demokratischen Parteien? Sehen alt aus.